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Wiederaufbau Berliner Schloss?

Historie 1920-1990: Untergang vom Schloss an der Spree

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Fassung vom 13. August 2009 - letzte Aktualisierung 09.10.2009

Das „Alte Schloss“ an der Spree zu Berlin  - seit 1486 Residenz der brandenburgischen Markgrafen und Kurfürsten im „Heiligen Römischen Reich deutscher Nation“ - wurde nach 1920 in der parlamentarischen Republik Deutsches Reich mit seinen über 1.200 Räumen, Galerien und „Fluchten“ vielseitig genutzt.  Bekanntlich war es zumeist ein vermietetes Verwaltungsgebäude, genutzt auch für Staatsakte, Hoffeste, Serenadenkonzerte und zur Unterbringung von Staatsgästen.
Noch 1924 waren im obersten Geschoss als „Dachräume“ 27 Dienstwohnungen für Museumsleiter der Museumsinsel für die Staatlichen Museen. K e i n e r l e i  Repräsentationszwecken dienten mind. 2/3 Räume; d.h. lediglich 1/3 war kunsthistorisch wertvoll - keineswegs wilhelminisch -  gestaltet und ausgestattet.

Käuflich erworben hatten die Burggrafen zu Nürnberg sowie brandenburgischen Markgrafen und  Kurfürsten aus dem Haus Hohenzollern das Areal zum Bau des Renaissance-Schlosses an der Spree im 15. Jahrhundert.
(s. dazu „Berliner Unwille“ und Öffnen der Archen und damit Überflutung des ersten Bauplatzes für ein Schloss).
Das vormals unbebaute Cöllner Gebiet, d.h. hinter der eigentlichen Stadtmauer Cölln und dem Dominikaner Kloster (ggr.1297) wurde damit kurfürstlich-königlich Areal. Die Cöllner Stadtmauer verlief nach der Beschreibung aus 1442 quer zum Werder bis zur Unterspree bzw. auf der angeblichen „Spreeinsel“ bzw. einer eiszeitlichen Talsandinsel (vor etwa 10.000 Jahren). Und der Abflussgraben zur Spree hin entstand erst nach 1681 und diente der Umflutung für den Schiffsverkehr zwischen Spandau und Köpenick sowie der Stadtbefestigung  der Fischerstadt Cölln a. d. Spree. Ab 1710 bildete sich  mit königlichem Dekret, dem „Reskript von Kombinierung der rathhäuslichen Kollegien“ aus fünf Gemeinden - Berlin, Cölln, Friedrichswerder, Dorotheenstadt und Friedrichstadt - eine Einheitsgemeinde Berlin. 

Unstrittig waren die „Hohenzollern“ - brandenburgische Markgrafen und Kurfürsten , preußische Könige - auch als drei deutsche Kaiser Auftraggeber   für Arbeiten im/am Schloss zu Berlin. Erste Baumeister wurden Kaspar Theyss und Gf. zu Lynar im 16. Jahrhdt. (s. z.B.  Stadtansicht von 1639, 1652 Memhardt-PLAN von 1652, einer Mischung aus Realität und Phantasie) sowie auch Nehring zum Ende des 17. Jahrhdt.; d.h. vor Andreas Schlüter .
Sie ließen mit unzähligen uns heute unbekannten Künstlern in ihrem jeweiligen Handwerk das „ Schloss an der Spree“ bis 1918 auch verändern.

Der Adresskalender des „Hofes“ von 1704 gibt  Auskunft zu Namen, Wohnung und Berufung am Schloß-Hof der Hohenzollern in Cölln zu Berlin an der Spree.
Bauräthe: Cammergerichtsräthe Krause, Mieg, v. Pehnen.
Bauamt: Schloßbaudirektor Andreas Schlüter;
Kondukteure: Christian Wagner; Martin Heinrich Böhme.
Landbaudirektor: Martin Grünberg;
Baudirektor: Joh. Friedrich Nilsson Eosander.
Bau-Kommissar: Peter Jänicke;
Bauaufseher: Nathanael v. Leyen;
Hof-Stuckateur: Johann Simonetti;
Hof-Baumeister: Jean de Bodt,
Hof-Steinmetz: Leonhard Braune sen., Hof-Zimmermann: Nikolaus Reichmann;; Hof-Maurer Leonhard Braune jun.; Hof-Kleinschmied Christoph Jänicke; Hof-Tischler Andreas Fricke; Hof-Glaser: Baltzer Seydel; Hof-Seiler Christoph Fischer; Hof-Töpfer Christian Trutzke; Kammer-Tischler Johann Trenckler.
Hof-Bildhauer: Joh. Hermann Backer; Samuel Nahe; Friedrich Herfurth; Cornelius Hentze; Wilhelm Hulot; Joh. Jacob Hübner...das war zumindest bis 1707  die „Schlüter-Werkstatt“.

1713 war am Königlichen Residenzschloss an der Spree zu Berlin - allerdings nur anonym - angeschlagen worden „dieses Schloß ist zu vermieten, und diese Residenz Berlin ist zu verkaufen“...dabei hinterließ Kurfürst Friedrich III. von Brandenburg bzw. König Friedrich I. i n  (ost)Preußen seinem einzigen Sohn und zugleich Nachfolger Friedrich Wilhelm I. (Soldatenkönig) und den Bürgern lediglich eine Schuldenlast von 20 Millionen Thalern.  Der  spätbarocke Umbau und Ausbau der Renaissance-Schlossanlage erfolgte bekanntlich zuerst durch Andreas Schlüter von 1698-1706 mit dem  Portal I und Portal V sowie dreiseitig im sog. Schlüterhof;  gen Westen zum Mühlengraben unter Joh. Eosander ab 1707 bis 1713 für die Lustgartenseite mit Portal IV und Portal III an der Schlossfreiheit und nach 1713 bis 1716 letztlich unter Martin Böhme zur Schlossplatzseite mit Portal II.
Um nur z.B. einige von den 70 Räumen im ehemals barocken Bauwerk,  des  einst „Königlichen Schlosses zu Berlin an der Spree“,  aus der repräsentativen Nutzungszeit z.B. seit Mitte des  19/.20. Jahrhundert  zu nennen:
Erdgeschoss: Rokoko - Zimmer (Innenausbau Geyer);  Boucher - Zimmer mit Saal Louis XVI.; Erdgeschosshalle
Mittelgeschoss :Barockhalle; Holländisches Zimmer; Rotes Zimmer/Bibliothekszimmer (Geyer); die Königs-kammern mit: Thron-, Speise-, Konzert-, Säulen und Schadowsaal (v. Gontard, v. Erdmannsdorf)
Obergeschoss: Weißer Saal (umgebaut Stüler, v. Ihne erweitert mit Galerie des Weißen Saals); Gobelin-Galerie (Eosander/Umbau v. Ihne);  Königinnensaal (Ausbau v. Ihne); Kostümsaal (Schlüter, Deckenmalerei  Wentzel) ;Paradekammern (Schlüter); Kapitelsaal (Schlüter/Eosander; Anton v. Werner); Rote Samtkammer; Elfenbeinzimmer (Deckenmalerei v. Leygebe); Rittersaal (Schlüter, Deckenmalerei Wentzel); Rote Adlerkammer (Deckenbild  Gericke); Fayencezimmer; Schweizersaal; Marmorsaal (Schlüter, Deckenbild Rode); Majolikasaal (v. Ihne,  Nager); Kurfürstenzimmer (vor 1700/Deckenmalerei Vaillant); Chinesisches Kabinett (vor 1700); Betkabinett und Eckzimmer (Deckenbilder 1683 Langerfeld);  Brautkammer; Ostasiatisches Kabinett (Schlafzimmer; Deckenbilder Vaillant); Chinagalerie (P. Nason 1665).

Wie ebenfalls hinlänglich bekannt, wohnten ab König Friedrich Wilhelm III. von Preußen und spätestens ab 1850 auch dessen beide Söhne und regierende Nachfolger aus dem Haus Hohenzollern:
König Friedrich Wilhelm IV. sowie König und Kaiser Wilhelm I. von Preußen - abgesehen von verhältnismäßig wenig genutzten repräsentativen Privaträumen im Südflügel des Berliner Schlosses - überwiegend im „Kronprinzenpalais“ an der Straße „Unter den Linden“;  zumeist  in  Potsdam und Babelsberg.

Das erst ab 1871 bestehende Deutsche Kaiserreich unter drei deutschen Kaisern aus dem Haus Hohenzollern war ein Fürstenbund, gebildet als  ein „ewiger Bund“ von 25 Mitgliedern bzw. von Fürstenhäusern, die jeweils eigene Ministerpräsidenten bzw. einen Senat sowie in der Reichshauptstadt Berlin Botschafter im Bundesrat unterhielten...die hanseatischen Abgesandten der freien Hansestädte im Reich redeten z.B. den deutschen Kaiser als „Hoher Verbündeter“ an.

Am Morgen des 10. Nov. 1918 fuhr der deutsche Kaiser und preußische König Wilhelm II. v. Hohenzollern mit Gefolge ins neutrale Holland ein. Die niederländische Regierung stimmte - auch wegen der engen verwandtschaftlichen Beziehungen ihres regierenden Königshauses Oranien mit dem Haus  Hohenzollern - dem Asylbegehren zu; dessen Verzichtserklärung  datiert vom 28.  Nov. 1918.

Am 09. Nov. 1918 habe Dr. Karl Liebknecht v o r  dem Berliner Schloss -  seine Tribüne  für die Proklamation einer freien sozialistischen Republik Deutschland mit dem angeblichen Aufruf zur „Vollendung der Weltrevolution“ - Spartakisten und meuternden Matrosen  verkündet - alle Macht den Arbeiter- und Soldatenräten:
1. angeblich im Lustgarten  v o r  der Schlossbrücke  mit der Hand  Richtung Portal IV. zeigend sein Ziel eine
    sozialistische Räterepublik nach sowjet-russischem Vorbild zu errichten.
    (s. Photo mit unkenntlicher Person auf einem Autodach; vielleicht die Stelle, wo am 01. Aug. 1914 die
    Mobilmachung von einem Offizier - beschützt von Soldaten - für das VOLK verlesen wurde.
    ...s. offizielle Photos im DHM und Lehrbüchern). 
2. angeblich  a u f  der Balustrade beim Portal IV - s. DDR-Ölgemälde von 1950 in künstlerischer Freiheit
3. angeblich mit Fahne auf dem Balkon i. d.  2. Etage vom Portal V. („Kaiser“- Balkon vor dem Rittersaal
   im sog. Schlüterbau) - s. DDR-Ölgemälde von 1950 in künstlerischer Freiheit
4. angeblich  i m  Innenhof/sog. Schlüterhof zum Balkon/Galerie der ehemaligen Wohnung des preußischen
   Königs Friedrich Wilhelm IV. v. Hohenzollern weisend (vh mit Elisabeth Pz. v. Bayern) - lt. Redetext
   bezogen auf die Märzrevolution 1848  (s. verschiedene angeblich authentische Redetexte in der „Liebknecht 
   Biographie“ der DDR etc. von mehreren „Zeugen“).
5. angeblich  v o r  der Balustrade - nahe Portal IV. des Schlosses - stehend (s. Stummfilm-Ausschnitt)

Lt. „Vossische Zeitung“ vom 10. Nov. 1918 sagte Dr. Liebknecht im Lustgarten vor dem Schloss: Parteigenossen! Ich proklamiere die freie sozialistische Republik; die alle Stämme umfassen soll, in der es keine Knechte mehr geben wird, in der jeder ehrliche Arbeiter den ehrlichen Lohn seiner Arbeit findet. Wenn auch das Alte niedergerissen ist, dürfen wir doch nicht glauben, dass unsere Arbeit getan ist. Wir müssen alle Kräfte anspannen, um die Regierung der Arbeiter und Soldaten aufzubauen und eine neue staatliche Ordnung des Proletariats zu schaffen, eine Ordnung des Friedens, des Glücks, und der Freiheit unserer deutschen Brüder und unserer Brüder in der ganzen Welt. Wir reichen ihnen die Hände und rufen sie zur Weltrevolution auf. Wer von Euch die freie sozialistische Republik Deutschland und die Weltrevolution erfüllt sehen will, erhebe seine Hand zum Schwur...

Zu Dr. Liebknechts Ansichtvor Matrosen, Soldaten und Spartakisten im Schlüterhofdas Schloss ist jetzt Eigentum des Volkes“äußerte der Kommandant der  Matrosenabtlg. im Schloss:
...meine Leute sind eine organisierte Räuberbande. In 500 Zimmern des Schlosses ist jedes Behältnis aufgebrochen und seines Inhalts, wenn wertvoll, beraubt worden. Der Wert der bisher geraubten Gegenstände dürfte bereits 1 Million (Goldmark) erreichen.  Der Plünderungszug der gesamten Wache, beweist, daß das Schloß den Plünderern vollkommen ausgeliefert ist.

Das Reichs-Finanzministerium veröffentlichte zum Geschehen in Schloss in Berlin-Mitte  am 05./06. Dez. 1918 eineDenkschrift:
...der tatsächliche Zustand ist, daß im Mittelpunkt der Stadt, unter den Augen der Sicherheitsbehörden, das Schloß, augenblicklich das wertvollste Nationaleigentum, einer Bande von Plünderen schutzlos preisgegeben ist!

Im Aug. 1919 konnte über den Reichsfiskus „Huis Doorn“ für 500.000 Gulden als Domizil für Wilhelm II. v. Hohenzollern und dessen Familie erworben werden. Die sozialdemokratische Regierung der „Weimarer Republik“ unter Reichspräsident Ebert überwies dem ehemals deutschen Kaiser und preußischen König Millionenbeträge zum „Standesgemäßen Unterhalt“.Gegenstände zur Einrichtung des übrigens sehr bescheidenen Schlosses sind seinerzeit von der sozialistischen Regierung aus dem Privatbesitz  des Königs nach Holland überführt worden.
Bis 1925 versuchten die im Nov. 1918 entthronten deutschen Fürstenhäuser des Deutschen Kaiserreichs: Preußen, Bayern, Hessen, Baden, Württemberg, Sachsen, Thüringen, Oldenburg und Mecklenburg in  jahrelangen „Vergleichsverhandlungen“ mit dem jeweils zuständigen Oberlandesgericht als sog. „Auflösungsbehörde“  die Rückgabe der beschlagnahmten Vermögen zu erreichen. Als schwierig erwies sich die Trennung von privatem zu fiskalischem Vermögen. Linke Parteien - einschließlich der N.S.D.A.P - forderten die entschädigungslose Enteignung von Wäldern, Sammlungen und Archiven und der Patronate in Kirchen und Schulangelegenheiten als gemeinnützige Einrichtungen der Fürsten.

Am 13. Febr. 1926 wurde im Provinzial-Landtag der preußischen Provinz Brandenburg der Antrag der KPD, die Abfindung des „Hauses  Hohenzollern“  abzulehnen und sie entschädigungslos zu enteignen, mit 47 gegen 44 Stimmen aus KPD/SPD abgelehnt (s. 10/1926  „Einigungsvertrag“ der Republik mit dem Haus Hohenzollern).

Im Mai 1926 berichtete die Generalverwaltung des Preußischen Königshauses:
„dem König sind durch das Finanzministerium (Republik Deutsches Reich) zur Beschaffung von Wohnung in Holland mit Ankauf, Ausbau und Einrichtung von Haus Doorn zur Bestreitung des dortigen Unterhalts und zur Zahlung der holländischen Steuern im Herbst 1919 die Erlöse für die vom Reichsfiskus angekauften Grundstücke Wilhelmstraße 72/73 und in den folgenden Jahren weitere Beträge von zusammen 32 Millionen Papiergeld und 24.000 holländische Gulden aus dem als Privateigentum anerkannten sogen. Hausschatz bzw. aus den Überschüssen der Hofkammer nach Holland überwiesen worden“.

Am 20. Juni 1926 erreichte das seit Dez. 1925 von KPD, SPD zusammen mit N.S.D.A.P initiierte Volksbegehren zur entschädigungslosen Enteignung der deutschen Fürsten lediglich 14,5 Mio. Stimmen; es scheiterte an der benötigten Mehrheit, dem Quorum  von 20 Mio. Stimmen.
Am 26. Okt. 1926 räumte die Weimarer Republik außerdem sowohl dem exilierten deutschen Kaiser und preußischen König Wilhelm II. v. Hohenzollern und seiner zweiten Ehefrau Hermine (vw v. Schönaich-Carolath; geb. Prz. v. Reuß) ein Wohnrecht auf Lebenszeit in Schloss und Park von Bad Homburg v. d. H. am Taunus ein (was beide nicht wahrnahmen) als auch dem ehemals preußischen Kronprinzenpaar Wilhelm v. Hohenzollern und  Cecilie v. Mecklenburg mit beiden Söhnen sowie deren Enkelkindern auf Lebenszeit die Wohnsitze in Potsdam „Cecilienhof“ mit Park und Garten sowie Schloss Oels in Schlesien und Schloß Schildberg mit 22.000 Morgen Landbesitz ein.
Außerdem stand bzgl. Art. 109, Abs. 1 der Reichsverfassung zum N a m e n s r e c h t den Mitgliedern des vormals landesherrlichen Hauses Hohenzollern der T i t e l/die Bezeichnung Prinz von Preußen zu. 

Ab dem 29. Okt. 1926 fielen dem ehemals Preußischen Königshaus, d.h. dem Haus Hohenzollern, im „Einigungsvertrag“ mit der Republik Deutsches Reich unter Reichspräsident Paul v. Hindenburg und Reichskanzler Dr. Wilhelm Marx außer der Barsumme von 15 Millionen Reichmark zusätzlich Landbesitz von 25.000 Morgen, in Groß-Berlin auch  das Palais Wilhelm I. und das Niederländische Palais Unter den Linden sowie „Schloss Monbijou“ (Hohenzollernmuseum) und das „Prinz Albrecht Palais“ in der Wilhelmstraße sowie das Jagdschloss Rominten in Ostpreußen, das Gut Cadinen in Westpreußen, Schloss Hammelseck b. Kiel, Burg Rheinfels, Schloss Reinhardtshausen b. Erbach und zur Hälfte die Stammburg Hohenzollern zu.
Jeder  S o h n  des ehemals preußischen Königspaares behielt seine Potsdamer Villa, „um sich standesgemäß  die  i h m  zusagende Zerstreuung gönnen zu können“.
Dem Staat, der parlamentarischen R e p u b l i k  Deutsches Reich  fielen durch diesen „Einigungsvertrag“ vom 29. Okt. 1926 die Schlösser in Berlin mit Charlottenburg und im Grunewald; in Potsdam - außer Cecilienhof;  in Oranienburg, in Königsberg, in Oliva, in Marienburg, in Hannover, in Kassel, in Homburg, die ehemals königliche Opern- und Schauspielhäuser in Berlin, Kassel und Wiesbaden einschließlich Fundus, die „Schackgalerie“ in München, viele Kunstschätze sowie bebaute und unbebaute Grundstücke zu.
                                                                                    ***

Am 09. April 1943 erging der „Führer-Erlass“ zu nicht zu transportierenden, d.h. von nicht abnehmbaren Kunstwerken Farbphotographie/Filme etc. Diesem Erlass vom 09. April 1943 „verdankt“ Groß- Berlin, dass  z.B. auch im Berliner Schloss sowie noch am 09. November 1943 im Schloss Charlottenburg etwa 400 Farbaufnahmen und Kleinbilddias angefertigt wurden.

Am 12. Jan. 1944 sandte der britische Premier Churchill an Marschall Stalin per Telegramm ab…teilen Sie mit bitte rechtzeitig mit, wann wir aufhören sollen, Berlin zu zerstören, damit genügend Unterkünfte für die Sowjetarmeee stehen bleiben. Lt. Stalins Briefwechsel (S. 230 ff) antwortete ihm dieser…unsere Armeen haben in der letzten Zeit wirklich Erfolge erzielt, aber bis Berlin ist es uns noch sehr weit...folglich brauchen Sie die Bombardierung nicht abzuschwächen, sondern sollten sie möglichst mit allen Mitteln verstärken. Die Deutschen werden es schon schaffen, bis zu unserer gemeinsamen Ankunft in Berlin einige Unterkünfte wieder aufzubauen, die für Sie und uns notwendig sind.

Im Mai 1944 wurde die Lustgartenseite des Berliner Schlosses bei einem Luftangriff erstmals von Sprengbomben getroffen;  in aller Eile wurden jetzt erst eine Photoserie sowie Kamera-Aufnahmen veranlasst.

Am 20. Juli 1944 erläuterte der NS-Reichspressechef für alle Zeitungsredaktionen im großdeutschen NS-Reich die Meldung zu Hitlers Anordnung:
..„historisch und künstlerisch wertvolle Bauwerke, die unter dem Bombenterror gelitten haben, dürfen nicht abgetragen werden, sondern sie müssen zunächst in ihrem derzeitigen Zustand belassen werden. Ihre Beseitigung ist erst zulässig, wenn der Führer über die Wiederaufbaupläne der in Frage kommenden Städte entschieden und dabei die endgültige Entfernung der beschädigten Bauwerke genehmigt hat“.
Im Sept. 1944 soll sich - lt. Speer - der „Führer“ dem Prinzip  „verbrannter Erde“ verschrieben haben und sich dahingehend geäußert haben, dass selbst von den Werken der Kunst, die die allliierten Fliegerangriffe überstanden hatten, soll nichts erhalten bleiben…Baudenkmäler, Schlösser, Burgen, und Kirchen, Theater und Opernhäuser waren ebenfalls zur Zerstörung vorgesehen.

Am 12. Sept. und am 14. Nov. 1944 einigten sich die drei Alliierten der USA, UdSSR und Großbritannien im sog. „Londoner Protokoll“  bereits bzgl. ihrer jeweiligen territorialen „normalen“ vier Besatzungszonen  in Großdeutschland des Alliierten Kontrollrats als oberste Regierungsgewalt zu behandeln.
Ausgenommen war bis nach dem 2+4 Abkommen 1990 ein gemeinsames  alliiertes „Sondergebiet Groß-Berlin“ in den Grenzen der 20 Verwaltungsbezirke von 1920 als eigene Besatzungszone unter „Alliierter Kommandantur“ des „Alliierten Kontrollrats für Deutschland in den Grenzen von 1937“.  
In zehn Vorschlägen spielte nur der Zuschnitt des einzelnen  Sektors  für die vier Alliierten in Groß-Berlin bzgl. verkehrstechnischer Notwendigkeiten und ihrer jeweiligen Versorgungswege  (Flughäfen/Eisenbahn-verbindungen) sowie für die Unterbringung von je 25.000  Mann eine entscheidende Rolle.
 s. Abb. 207, 208

Am 03. Febr. 1945 erfolgte  d e r  großflächige Tagesangriff von der 8. US-Flotte unter Gen. Doolittle mit 937 Bombern Typ Liberator sowie 613 Jägern und mind. 2.264 t Bombenlast als „Probe-Donnerschlag“ (s. Dresden) und zerstörte in 51 Minuten mit Spreng- und Brandbomben Berlin-Mitte sowie dicht besiedelte Stadtgebiete im Wedding und in Kreuzberg. Als herausragendes Beispiel des alliierten Bombenkrieges gegen zivile Ziele und die Bevölkerung in Groß-Berlin gilt dieser Samstag, ein klarer Wintertag; der Himmel über Berlin war fast wolkenlos; sog. „Amerikanerwetter“  wie es  inzwischen hieß.
Als Markierungspunkt setzte die erste  US Bomberwelle den  Belle - Alliance - Platz (Mehringplatz)
Voralarm = 10:27 Uhr    
Alarm      = 10:40 Uhr
Angriff    = 10:50 Uhr
Am 04. Februar 1945 lobte die „Washington Post“  den Abwurf von etwa 3.000 t neuartiger Brandgeschosse auf Berlins Mitte bei „herrlichem Bombenwetter“.
Angriffsziele für das  g r ö ß t e  Flächenbombardement auf deutsches Reichsgebiet waren Berlins Eisenbahnanlagen, das Zeitungs- und Regierungsviertel sowie die historische Innenstadt zwischen Tiergarten - Anhalter Bahnhof - Mitte -  Kreuzberg - Tempelhof. Meterhohe Feuerwände -  ein „Feuersturm“ mit etwa 1.000° Celcius - und ein tiefschwarzer Rauchhimmel ließ es mittags Nacht werden. Der Bezirk  Mitte war in glühende Trümmer und rauchende Schuttberge zerbombt worden und hinterließ innerhalb  e i n e r  Stunde auf 400 ha total zerstörte Bausubstanz. Fast in der gesamten Mitte Berlins waren die Wasser-, Strom- und Gasversorgung zerstört worden.
Nach 500 Jahren Bestand war  u. a. m. in mind. vier Tage und Nächte das Berliner Schloss  ausgebrannt; es hatte seine letzten baulichen Veränderung und  zur Innenausstattung unter Wilhelm II. durch v. Ihne und Geyer erhalten. Zurück blieb vom markanten Wahrzeichen Berlins eine Gebäudehülle mit barocken Fassadenschmuck, wie z.B. der „Schlüterhof“; dessen Bauplastik am Ziegelputzbau  zumeist - wie so oft im sparsamen Brandenburg-Preußen  - aus Stuck  (s. Simonetti) mit steinernem Kern (Ziegelstein) bestand.
Ausgebrannt waren bei der Bestandsaufnahme im Frühjahr 1945 die Privatgemächer der Hohenzollern an der Spreefront, der Grüne Hut, der Hof-Apothekenflügel, die Staatsräume, die Spiegelgalerie zum Lustgarten mit historischem Balkon, Südseite, Innerer Hof, Haupttreppe, Rittersaal, Pfeilersaal und Erasmus-Kapelle.
Erhalten waren: der Weiße Saal  (Geyer)  mit einziger eiserner Dachkonstruktion stand, nur die Decke war beschädigt und wurde provisorisch gesichert - dadurch verblieben einige Räume des sog. „Schlossmuseums“; der Elisabethsaal, die Eosandertreppe und Treppen aus dem 19. Jahrhunderts; der sog. „Staatsaal“ sowie Keller...alles andere war zumeist nur noch Bauschutt und Asche.

Am 03. Mai 1945 gab es das Nachrichtenblatt Nr. 15 für die deutsche Bevölkerung mit der Überschrift:
„BERLIN GENOMMEN…am 04. Mai 1945 fand die Siegesparade sowjetischer Truppen vor dem sowjetischen  Stadtkommandanten Gen.Oberst Nikolai Bersarin  auf dem „historischen Pflaster“ des Berliner Lustgartens vor der Kriegsruine Berliner Schloss statt.
Am 09. Mai 1945 um 00:01 Uhr trat die bedingungslose Gesamtkapitulation der großdeutschen Streitkräfte für  Heer, Luftwaffe und Marine nach den Unterzeichnungen am 07./08. Mai 1945 in Reims bzw. in Berlin-Karlshorst in Kraft.  Die oberste Regierungsgewalt über „Großdeutschland“ war an die jeweils demokratisch gewählten Regierungen der USA unter Präsident Truman  und Großbritanniens unter Premier Churchill sowie der UdSSR unter Marschall Stalin übergegangen

Am 13. Mai 1945 wurde durch die sowjetische Besatzungsmacht unter ihrem Stadtkommandant Gen.Oberst Bersarin der Magistrat von Groß-Berlin unter dem Oberbürgermeister Dr. Arthur Werner (parteilos) mit vier Stellvertretern und 15 Stadträten eingesetzt. Allein 11 Mitglieder, d.h. die einfache Mehrheit, gehörten zur KPD/SPD bzw. nach dem „Einigungsparteitag“  unter Wilhelm Pieck (KPD)  und Otto Grotewohl (SPD) zur SED. Das Verhältnis änderte sich erst nach der ersten und letzten freien Wahl zur Stadtverordneten-versammlung und Bildung eines Magistrats am 05. Dez. 1946 bzw. unter den SPD Oberbürgermeistern Dr. Otto Ostrowski/Dr. Ernst Reuter/Luise Schröder nach dem 08. Jan. 1947.

Am 25. Mai 1945 flog Harry Hopkins, Vertrauter von US-Präsident Truman über das zerstörte Groß-Berlin und notierte zum Eindruck in sein Tagebuch:  das ist ein zweites Karthogo.
Die Rote Armee fand auf 880 km² Stadtfläche etwa 29 km² nur noch als Trümmerwüste vor;  auftragsgemäß zerstört von der Luftwaffe der  beiden Westalliierten in mind. 363 Luftangriffen mit etwa 45.517 t Bombenlast.

Am 11. Juni 1945 befasste sich der unter Stadtkommandant Bersarin bzw. der Sowjetische Militäradministration Deutschland/SMAD eingesetzte Magistrat für Groß-Berlin und dessen Abtlg. Bau sowie Volksbildung erstmals mit der dringlichen Aufgabe, unersetzliche Kunst sowie Kunstwerke - die teilweise noch unter Trümmerschutt lagen, z.B.: auch unter der Eosanderkapelle im Berliner Schloss - sichern zu lassen.
Vorschläge des Stadtrats für Bau und Wohnungswesen,  Prof. Hans Scharoun,  wurden insbesondere vom Stadtrat für Verwaltung und Personal, Arthur Pieck,  abgelehnt.
s. Abb. 199

Am 18. Juni 1945 nahm die „Hochschule der Künste“ unter Karl Hofer die Arbeit in Berlin wieder auf ...und der  „Kulturbund“ unter Führung des Exilanten Johannes R. Becher unterstand ebenfalls SMAD.

Am 03. Juli 1945 gründete sich im noch gänzlich sowjetisch besetzten „Groß-Berlin“ und für die SBZ der „Kulturbund zur demokratischen Erneuerung Deutschlands“.

Anfang Juli 1945 vollzog sich unter dem „Alliierten Kontrollrat“ für Deutschland in den Grenzen von 1937 der Vertragsvollzug der drei alliierten Siegermächte.
Westalliierten Truppen räumten 41.000 km² in Mitteldeutschland  gegen 480 km² in den drei Westsektoren Berlins, d.h. 12 Verwaltungsbezirke mit etwa 1,8 Mi. Einwohnern. Nur einstimmig,  konnten die vier alliierten Siegermächte z.B. den vertraglich geregelten Status ihres Sondergebiets Groß-Berlin verändern.
s. Abb. 202, 206

Am 11. Juli 1945 fand die erste von 93 Sitzungen mit 1.168 Befehlen bis zum 16. Juni 1948 der Siegermächte als „Komendatura“ im amerikanischen Sektor Berlins statt. Beschlüsse bzw. Befehle konnten - wie im übergeordneten „Alliierten Kontrollrat“ - nur einstimmig beschlossen werden,  j e d e  Militärmacht hatte ein Vetorecht. Jede Besatzungsmacht beaufsichtigt ihren Sektor unmittelbar; für überbezirkliche gesamtberliner Belange zeichnete die „Komendatura“ der Viermächte mit Sitz in Berlin-Schöneberg verantwortliche Befehle.
Der erste Befehl besagte, dass  a l l e  bisherigen sowjetischen Regeln und Befehle der SMAD weiterhin im alliierten Sondergebiet von  Groß-Berlin  und unter gemeinsamer alliierter Besatzung Gültigkeit haben.
Ausführende deutsche Verwaltungsbehörde, d.h. als ihr Befehlsempfänger, war der von SMAD eingesetzte Magistrat unter Dr. Werner. Zum alliierten System im „Sondergebiet Groß-Berlin“ gehörten sog. Verbindungsoffiziere - Liaison Officers - d.h. Diplomaten, vom jeweiligen Stadtkommandanten zum direkten Kontakt zwischen der „ Komendatura“ berufen; eingesetzt waren sie bei sämtlichen Bezirksverwaltungen, beim Magistrat und bei der Stadtverordnetenversammlung von „Groß-Berlins - bis zur politischen Teilung 1948.
Frankreich wurde durch das Zusatzabkommen vom 26. Juli 1945 in aller Form einbezogen.

Ab Aug. 1945 - nach der Potsdamer Deklaration“ - residierten „Alliierter Kontrollrat“ und „Komendatura“ mit  vier Siegermächten im ehemaligen Kammergericht am Schöneberger „Kleistpark“; hier fand auch die Akkreditierung  diplomatischer Vertreter anderer Länder als  „Militärmission“ statt.

Am 23. Juli 1945 erfolgten im eingesetzten Magistrat unter OB Dr. Werner erneut ergebnislose Debatten zwischen dem Stadtrat Prof. Scharoun mitdemStadtrat Pieck (…im Schloss zu viel Kunstkitsch) über: Wiederaufbau der staatlichen Schlösser in Berlin und insbesondere zur Sicherstellung kunsthistorisch unersetzlichen Dinge und unersetzliche Kulturdenkmäler. Nach Prof. Scharouns Berechnungen würden einmalig 71.200 RM benötigt, um künstlerisch wertvolle Teile im Berliner sowie Charlottenburger Schloss, Haus Kamecke (Schlüter) und im Grunewaldschloss zu bewahren. Die sog. Schlüter-Skulpturen an der Schlossfassade, die teilweise schon heruntergefallen waren, seien für 3.500 RM zu sichern sowie zur Sorge, dass Schlüters Stuckarbeiten den kommenden Winter unter Schutt nicht überstehen würden. In der Begründung zur erfolgten Ablehnung seiner Anträge hieß es entgegen dem Einigungsvertrag von 1926:
Die Schlösser gehören dem Preußischen Staat - der Magistrat von Groß-Berlin übernehme  n u r  die Treuhänderschaft  i. A. der „Alliierten Kommandantur.
Der Torso des Schlosses in Berlin-Mitte ging in die Treuhänderschaft des von SMAD eingesetzten Magistrats von Groß-Berlin über…s. Einverständnis der „Komendantura“ bzw. des „Allliierten Kontrollrats“.
Der Flügel der sog. Schlossfreiheit am Mühlengraben wurde soweit gesichert, dass die darin erhaltenen Sammlungen des Kunstgewerbemuseums geschützt blieben - und  der „Weiße Saal“ erhielt eine Notdecke.

Am 20. Aug.1945 lehnte der von SMAD eingesetzte Magistrat einen weiteren Antrag des Stadtrats Prof. Scharoun zur Sicherung kunsthistorisch wertvoller Baudenkmäler im  alliierten „Sondergebiet Groß-Berlin“  ab.

Am 23. Aug. 1945 wurde zur Vermögenskontrolle im Auftrag der MR (amerikanische Militärregierung) Nr. 52, Artikel I - undatiert und  nach „Kriegsende 1945“ vom „Alliierten Kontrollrat für Deutschland in den Grenzen von 1937“ proklamiert; es  galt automatisch auch in den vier alliierten Sektoren von Groß-Berlin:
Vermögen, innerhalb des besetzten Gebietes, das unmittelbar oder mittelbar, ganz oder teilweise im Eigentum oder unter Kontrolle der folgenden Personen steht, wird hiermit hinsichtlich Besitz oder Eigentumsrecht der Beschlagnahme, Weisung, Verwaltung, Aufsicht oder sonstigen Kontrollen durch die Militärregierung  unterworfen: das Deutsche Reich oder eines der Länder, Gaue oder Provinzen  usw.
s. Abb. 202

Am 01. Okt. 1945 stimmte der eingesetzte Magistrat nun doch der Unterbringung bisher geborgener Kunst-gegenstände im Berliner Schloss zu. 
„Architekturteile“, darunter Schlüters Masken vom Zeughaus sowie Trümmer Berliner Denkmäler wurden im Keller des Berliner Schlosses eingelagert.
Decken im Schlossgebäude sollten vom Brand- und Trümmerschutt entlastet sowie kunsthistorisch wertvolle Einzelteile an den Fassaden durch sog. „Pultdächer“ vor  Witterungseinflüssen geschützt werden.
Die Abtl. Volksbildung (s. Otto Winzer) und Abtlg. Bau- und Wohnungswesen (s. Hans Scharoun) des eingesetzten Magistrats von „Groß-Berlin“ bezogen Büro-Räume der ehemals Staatlichen Schlösser und Gärten Verwaltung. Restbestände aus dem ehemaligen Kunstgewerbemuseums (Gropiusbau) zogen ebenfalls im Schloss ein.
Einer Baufirma mit 1.000 Mitarbeiter, beschäftigt mit Enttrümmerung in Berlin-Mitte, wurden als Büroräume auch der sog. „Staatsaal“  im Südflügel des Erdgeschosses  vom FA für Liegenschaften vermietet.
Außerdem wurde im o.g. Magistrat von Groß-Berlin beschlossen: Kunstgegenstände im Wert von Millionen RM in Görings „Karinhall“ (SBZ) in nächster Zeit zu bergen; a u c h „sichergestellte Werte“ aus der Sowjetunion.

Am 22. Dez. 1945 erging mit Befehl Nr. 178   unter Gen. Sokolowski, Gen.Ltn. Bolkow und Geb.Ltn. Dratwin an den Magistrat unter Dr. Werner,  der sowjetischen Kriegsbeute-Abtlg. im alliierten Sondergebiet von Groß-Berlin unter Oberst Offizerow  als Transferleistung 60.000 Mann zur Verfügung zustellen.

Am 31. März 1946 lehnten SPD-Mitglieder in den drei Westsektoren in einer Urabstimmung die Vereinigung von SPD mit KPD zur SED ab.
s. Abb. 199

Am 21. April 1946 vereinigten sich in der sowjetischen Besatzungszone Mitteldeutschlands KPD und SPD unter Wilhelm Pieck (KPD) und Otto Grotewohl (SPD)  beide Parteien zur Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands/SED in der SBZ.
Mitglied des Parteivorstands und im Zentralkomitees der SED wurde auch Friedrich Ebert jun. (*1894 in Bremen)

Am 29. Mai 1946 wurde einerseits im eingesetzten Magistrat unter Top 5) Bau und Wohnungswesen zwischen Scharoun, Strack, Winzer und Maron  über den Ausbau des „Weißen Saals“ im Berliner Schloss berichtet:
bisher aufgewendet: 35.000 RM, verbraucht:  4 t Zement, 30 m³ Holz und 150 m² Fensterglas und man benötige noch Mittel im Wert  20.000 RM  zur Fertigstellung der verabredeten Sicherungsmaßnahmen im Schloss…
andererseits wurden von der „Komendatura“ angeordnete Genehmigungsverfahren für Bauarbeiten behandelt:
a) Bauarbeiten zwischen 10.000 und 75.000 RM müssen in den Stadtbezirken von der jeweils zuständigen
     Sektoren-Militärregierung genehmigt sein.
b) Kostenvoranschläge über 75.000 RM bedürfen der alliierten Genehmigung.
c) Neubauten über 200.000 RM  u n d  Instandsetzungsarbeiten im Wert von über 500.000 RM sind
    verboten (s. z.B. beide Schlösser - und z.B. auch das Neue  Museum auf der Museumsinsel etc.).

Am 31. Mai 1946 erkannte die „Komendatura“ unter dem „Alliierten Kontrollrat für Deutschland in den Grenzen von 1937 “ die Parteien  SPD und SED in den vier Sektoren des „Sondergebiets Groß-Berlin“ an.
 
Am 10. Juli 1946 erging in der „Komendatura“ das Gesetz zur Trümmerbeseitigung. Befehlsempfänger war der von SMAD eingesetzte Magistrat im „Sondergebiet Groß-Berlin“ unter OB Dr. Werner.

Am 17. Aug. 1946 wurde der 72-jährige Geheimrat Prof.  Dr. Ludwig Justi vom eingesetzten Magistrat, d.h. von der „Komendatura“ als Nachfolger von Prof. Carl Weickert bestätigt und zum Generaldirektor der Berliner Museen bestellt. Beschlossen wurde die Gründung einer „Galerie des 20. Jahrhunderts“, die anfangs von Adolf Jannasch und Prof. Dr. Ludwig Justi geleitet wurde und ihren Sitz im stark beschädigten Schloss in Berlin-Mitte bzw. im sowjetischen Sektor hatte. Man erwarb z.B. bis 1948/51 etwa 50 Gemälde (z.B. Pechstein, Nolde, Dix, Jawlensky, Kanold, Schlemmer, Vlaminck  und Nagel) sowie 20 Plastiken und 100 Zeichnungen.

Vom 22. Aug. bis 15. Okt. 1946 stellte der eingesetzte Magistrat von Groß-Berlin unter Dr. Werner und unter Ltg. des Stadtbaurats Prof.  Scharoun den „Kollektiv-Aufbauplan“ von  Architekten und Stadtplanern wie:
Wils Ebert, Peter Friedrich, Ludmilla Hertzenstein, Reinhold Lingner, Louise Seitz, Selman Selmanagic, Herbert Weinberger  „Berlin plant“ im notdürftig reparierten Weißen Saal vor.
Insbesondere dieser erste Baustadtrat kämpfte für Berlins Mitte, d.h. für die Instandsetzung und den Erhalt des Berliner Schlosses sowie den Wiederaufbau der Schlossruine im sowjetischen Sektor Berlins.

Zum 20. Oktober 1946 war die erste freie Wahl nach 1933 von den vier Alliierten für das „Sondergebiet Groß-Berlin“ genehmigt worden: Liste 1 (SPD), Liste 2 (SED), Liste 3 (CDU) und Liste 4 (LDP).
Wahlberechtigt waren 2 307 122  Berliner Bürger.
Die Wahlbeteiligung  betrug 92,3 %.
Es votierten: 48,7 %  für die SPD (= 63 Stadtverordnete), 22,2 % für die CDU (= 29 Stadtverordnete); 19,8 % für die SED (26 Stadtverordnete); 9,3 % für die LPD (= 19 Stadtverordnete).
…ein Desaster für SMAD bzw. den sowjetischen Stadtkommandanten Kotikow, der OB Dr. Werner anwies, die Geschäftsverteilung im neuen Magistrat habe wie bisher zu erfolgen, d.h. 11 Ressorts für kommunistische Abgeordnete.
Auf Grund dieser ersten und zugleich letzten freien Wahlen bis zur der „Wende“ 1990 führte das sowjetische Verlangen zusätzlich zum Konflikt mit der SPD unter dem Stadtverordneten Otto Suhr.
OB Dr. Werner weigerte sich, die Amtsgeschäfte an den gewählten Dr. Ostrowski (SPD, bisher Bürgermeister von Wilmersdorf) und dessen drei Stellvertreter: Dr. Friedensburg (CDU), Dr. Heinrich Acker (SED) und Luise Schröder (SPD) zum Amtsantritt im Neuen Stadthaus zu übergeben.

Die offizielle und amtliche Bestätigung für die frei gewählten Stadtverordneten und ihre Funktionen im  Magistrat von „Groß-Berlin“ erfolgte bis zur Amtsübernahme am  08. Jan. 1947 erstmals durch  der  „Komendatura“  und die SED erhielt im Magistrat drei Ämter .
Von 1946-1948 fanden unter dem 72jährigen Geheimrat Prof. Ludwig Justi  im „Weißen Saal“ des hergerichteten Nordwestflügels Ausstellungen für die Berliner Bevölkerung  statt:

Am 22. Okt. 1946 eröffnete im „Weißen Saal“ des weitgehend durch Brand zerstörten Schlosses a. d. Spree die erste „Große Kunstausstellung“  bzw. „Französische Kunst vom Ende des 19. Jahrhunderts bis zur Gegenwart“ durch eine Notdecke war der ruinöse Saal gesichert worden.

Am 21. Dez. 1946 hieß es in der Schlossruine „Wiedersehen mit Museumsgut“ mit den in Groß-Berlin verbliebenen Restbeständen der ehemaligen Kunstsammlungen von der Museumsinsel; allerdings wurde bzgl. der Auswahl befürchtet, auch das, was in überschwemmten Museenkeller nicht verschimmelt war, noch einem erneuten Zugriff der Alliierten auszusetzen.

Im Okt. 1947 fand eine Sonder-Ausstellung „ Meisterwerke deutscher Bildhauer und Maler“ im Zeughaus  - und 1948 die Ausstellung zum 100. Jahrestag der „März-Revolution“ von 1848 im Berliner Schloss statt.

Am 25. Febr. 1947 legte die Präambel des alliierten Kontrollratsgesetzes Nr. 46 im Art. 1 fest:
Der Staat Preußen , seine Zentralregierung und alle nachgeordneten Behörden werden hiermit aufgelöst.
Preußen sei seit jeher Träger des Militarismus und der Reaktion in Deutschland…usw.
...d.h. das „Sondergebiet Groß-Berlin“ der vier Alliierten war nicht mehr Hauptstadt für ehemals 12 preußische Provinzen mit etwa  40 Millionen  „preußischer“ Einwohner.  

Am 25. Juli 1947 wurde das Berliner Schloss hinsichtlich seiner wirtschaftlichen Verwaltung durch SMAD-Befehl vom 25. April 1947 aus dem Amtsbereich des „FA für Liegenschaften“ im Magistrat von Groß-Berlin herausgenommen und der „Deutschen Treuhandstelle zur Verwaltung des sequestrierten und beschlagnahmten Vermögens im sowjetischen Sektor Berlins“, Berlin W 8, Französische Straße 15 unterstellt worden.

Im Magistrat unter der amtierenden Oberbürgermeisterin Luise Schröder (bis zum 07.12.1948 für Dr. Ernst Reuter) unterstanden Stadtrat Dr. Haas (CDU) Finanzen/Kämmerei sowie Recht ; Stadtrat Theuner (SPD) Personal und Verwaltung; Stadtrat Bonatz (SPD) Bau- und Wohnungswesen; Stadtrat Dr. Nestriepe (SPD) bzw. Dr. May (SPD) Volksbildung und Kunst; Stadtrat Klingelhöfer (SPD) Wirtschaft, Handel und Handwerk.

Zum Okt. 1947 übertrug die „Deutsche Treuhandstelle“ die Verwaltung des Schlosses in Berlin dem Magistrat von „Groß-Berlin“, Abtlg. Volksbildung.
Die treuhänderische Verwaltung betraf insbesondere: das Schloss in Berlin (sowjetischer Sektor) sowie auch das Schloss in Charlottenburg (britischer Sektor).
Die Verwaltung vom Jagdschloss Grunewald (amerikan. Sektor) und der Pfaueninsel - lt. amerikanischer Anordnung vom 8. Jan. 1946 durch das FA für Liegenschaften - wurde ebenfalls dem Magistrat/Abtlg. für Volksbildung im „Schloss“ übertragen.

Am 29. Okt. 1947 berichtete der Magistrat unter der amtierenden Oberbürgermeisterin Luise Schröder des alliierten Sondergebiets  von Groß-Berlin über die Verwendung und Ausnutzung staatlicher Schlösser:
Schloss Monbijou: zerstört; Schloss Bellevue erheblich beschädigt; Berliner Schloss am Lustgarten: Innen fast völlig zerstört, Außenbau erheblich beschädigt; Schloss Charlottenburg: Inneres des Mittelbaus völlig zerstört, neue Flügel größtenteils ausgebrannt, Kuppel zerstört.
Beschädigt waren: Glienicke, Grunewald, Köpenick, Friedrichsfelde, Pfauensinsel, Tegel.

Am 18. Dez. 1947 bzw. 13. Jan. 1948  erhielt der Magistrat von Groß-Berlin auf seinen Antrag vom 10.10.1947 von der „Komendatura“ zu deren Sitzung am 11.12.1947 bzgl. Verfügung über Preußisches Staatseigentum die offizielle Mitteilung bzw. den amtlichen Bescheid vom „Vermögenskontroll-Komitee“ des „Alliierten Kontrollrats für Deutschland“ - mit dem Hinweis auf  Kontrollratsgesetz Nr. 46   - zum ehemals Reichsbesitz:
…zur Überführung derartiger Vermögenswerte kann von der gen. Stelle nichts unternommen werden.
(s. treuhänderischer Verwaltung im Magistrat/Abtlg. Volksbildung;  Amtsblatt KR.1947, Nr. 14, S. 262 ff).
s. Abb. 202

…noch im Frühjahr 1948 hatte der Magistrat von Groß-Berlin unter der amtierenden OB Luise Schröder mit dem Magistratsdirektor Strack (SED) den Plan, das Berliner Schloss (lt. ostberliner Presse „Junkerbau“) wieder auszubauen.

Am 20. März 1948 verließ der von Marschall Stalin seit dem 10. April 1946 eingesetzte Vertreter der UdSSR (Sokolowski) mit seinem Stab die Sitzung  weisungsgemäß den „Alliierten Kontrollrat für Deutschland in den Grenzen von 1937“ mit Koordinierungsausschuss und 12 Direktoren in Berlin-Schöneberg nach 82 Sitzungen, nachdem er  erklärte, dass  die UdSSR die in Jalta beschlossene oberster Körperschaft der Besatzungsmächte als nicht mehr existent betrachte. Für den  Alliierten Kontrollrat gab es in der „alliierten Hauptstadt Berlin“ - anders als im ebenfalls besetzten Österreich und für Wien - kein deutsches Exekutiv-Organ im gemeinsamen Besatzungsgebiet ihres 1938 völkerrechtlich anerkannten „Großdeutschlands“.

Ab dem 29. März 1948 wurde Gen.Oberst Wassili Tschuikow (1900-1982) dessen Nachfolger als oberster SMAD-Chef und bis 1953 zugleich als Stellvertreter Marschall Shukows Oberbefehlshaber der sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (s. Blockade).

Am 16. Juni 1948 verließ dieser Vertreter der UdSSR auch die „Komendatura“ für das „Sondergebiet Groß-Berlin“.

Am 01. Juli 1948 endete nach dem Ausscheiden des sowjetischen Alliierten aus beiden Gremien im Kontrollratsgebäude  in Berlin-Schöneberg deren bisher „gemeinsame“ administrative Arbeit für das besetzte „Deutschland“ in den Grenzen von 1937.
Sowjetische Militärs verblieben aber in der weiterhin gemeinsam geführten „Alliierte Luftsicherheitszentrale“ mit 40 von 550 Räumen im Kontrollratsgebäude in Berlin-Schöneberg sowie bis um 1994 und Abzug a l l e r  alliierten Besatzungstruppen in der BRD und DDR präsent.
s. Abb. 202

Die politische Spaltung begann insbesondere nach ersten inszenierten Tumulten am 06. Sept. 1948 im „Neuen Stadthaus“ während der sowjetischen Blockade am 30. Nov. 1948 in der deutschen Verwaltungsbehörde Magistrat von Groß-Berlin; noch immer zuständig für die vier alliierten Sektoren

Am 31. Nov. 1948 wurde im sowjetischen Sektor Berlins eine außerordentliche Stadtverordnetenversammlung konstituiert und als „provisorischer demokratischer Magistrat“ proklamiert sowie als  OB Friedrich. Ebert jun. (1894-1979, SPD/SED für Land Brandenburg) eingesetzt.
Bis 1953 blieb dieser erneut eingesetzte Magistrat ohne eine gewählte Stadtverordnetenversammlung. Unter dem „Kontrollorgan“ des Präsidiums des „Demokratischen Blocks“ - wurde im „Magistrat“ des sowjetischen Sektors nicht nur über die museale Nutzung der barocken Schlossruine in Mitte - des erhabenen Monuments - oder die Frage diskutiert, welche Bauteile erhalten bleiben sollten Schlüter ? oder Eosander?  sondern auch, das Gebäude als Regierungssitz zu nutzen.

Am 01. Dez. 1948 beschlossen die gewählten westBerliner Stadtverordneten (ohne SED Stadtverordnete) die Verlegung von Dienststellen in die drei Westsektoren.
Über zehn Monate sowjetische Blockadepolitik und eine Luftbrücke für die drei Sektoren der Westalliierten im Sondergebiet „Groß-Berlin“ manifestierten  nach der Wahl am 05. Dez. 1948 die Trennung im Magistrat:
a) im sowjetischer Sektor als eingesetzter „Oberbürgermeister von Groß-Berlin“ unter Friedrich Ebert jun
     ab dem 31. Nov. 1948 - unter dem sowjetischen Stadtkommandanten (bis 1963)
b) für die drei westalliierte Sektoren als gewählte Oberbürgermeister: Luise Schroeder, Dr. Friedensburg, Dr.
     Ernst Reuter   ab dem 05. Dez.1948 - unter  jeweils drei westalliierten Stadtkommandanten
     Im Rathaus hatten dann auch drei westalliierte Verbindungsoffiziere - Liaison Officers - ihre Büros.
s. Abb. 199, 200

Ab dem 21. Dez. 1948 setzten die drei Westalliierten ihre Tätigkeit in der „Komendatura“ ohne die gesandten sowjetischen Vertreter fort; ihre Befehle/Entscheidungen galten nur in den drei Westsektoren des alliierten Sondergebiets Groß-Berlin.

Am 10. Mai 1949  wurde das Besatzungsstatut mit Beschränkung der Souveränität verkündet; es regelte das Verhältnis zwischen den „Hohen Kommissaren“ (McCloy, Francois-Poncet, Sir Robertson) der alliierten „Hohe Kommission“ und den o.g. eingesetzten deutschen Verwaltungsfachleuten bzw. ernannten deutschen Bundesorganen.

Zum 12. Mai 1949 erklärte sich UdSSR unter Stalin/Molotow am 04. Mai bereit - nach vergeblichen Verhandlungen in Moskau dann doch New York vor der UNO - mit dem „New Yorker 4 Mächte Abkommen“ die  Blockade für die Bevölkerung in den drei Westsektoren  Berlins  abzubrechen
s Abb. 199

Ab dem 14. Mai 1949 galt das „Kleine Besatzungsstatut“ in Groß-Berlin, d.h.,  nach vier Jahren sei die alliierte Direktverwaltung entfallen.

Am 15. Juli 1949 sei im „Magistrat“ vom eingesetzten OB Ebert jun. ein „Generalaufbauplan“ im sowjetischen Sektor Groß-Berlins verkündet worden;  der genaue Wortlaut wurde nie veröffentlicht.
(s. N.D. vom 17. Juli 1949 unter „Meilenstein“).

Am 23. Aug. 1949 bekannten sich führende Kunsthistoriker und Architekten wie z.B. Prof. Dr. Scharoun, Präsident der Akademie der Künste,  Prof. Friedrich, Rektor der Humboldt-Universität, Prof. Hamann, Prof. Justi, Prof. Schuber und Prof. Stroux  g e g e n  den Partei/Politbürobeschluss der SED zum „Rückbau“ der Schlossruine. Auch das Berliner Schloss war als  R e i c h s b e s i t z  von den vier Alliierten in Treuhänderschaft des Magistrats von Groß-Berlin übergeben worden.
Im Gespräch mit dem Planungskollektiv (Planungskammer)  des Magistrat im sowjetischen Sektor Groß-Berlins waren die Herren: Starck, Ebert jun., Selmanagic, Friedrich, Lingner, Hirche und es herrschte allgemeines Einverständnis, den Schlüterhof in seiner jetzigen Form zu erhalten und in anderen Zeiten wieder auszubauen, dagegen den vorderen Teil des Schlosses als baufällig abzutragen...der vordere Teil wären das Eosanderportal mit Marmortreppe, der Weiße Saal und die Räume des Schloßmuseums.
Es ging zudem auch um den geplanten Abriss vom barocken Zeughaus und des Universitätsgebäudes zu Berlin.

Am 30. Sept. 1949 seien  s ä m t l i c h e  Reichs- und Staatsgrundgrundstücke im sowjetischen Sektor von Groß-Berlins unter dem sowjetischen Stadtkommandanten Gorbatow bzw. von SMAD in das Hauptgrundstücksamt im ostBerliner Magistrat unter OB Ebert jun.  übergeleitet worden. 

Mit dem 07. Okt. 1949 wurde die SBZ/sowjetische Besatzungszone unter Walter Ulbricht/Wilhelm Pieck/Otto Grotewohl zur DDR sowie der sowjetische Sektor in Groß-Berlin zur Hauptstadt Deutschlands erklärt.
Ohne freie Wahlentrat eine von Stalin initiierte bzw.  n o c h  gesamtdeutsch orientierte vorgegebene „Verfassung“ in Kraft.
Ein „Deutscher Volksrat“ wurde zur „provisorischen Volkskammer“ der DDR im sowjetischen Sektor des alliierten „Sondergebiets Groß-Berlins“ eingesetzt.
Der sowjetische Stadtkommandant Gorbatow übertrug Verwaltungsfunktionen an den im sowjetischen Sektor eingesetzten Magistrat unter OB  Ebert jun., der als  sog. „Stadtoberhaupt für Groß-Berlin“ dieses Amt bis 1967 inne hatte.

Am 10. Okt. 1949  wurde SMAD unter Gen. Tschuikow  durch eine „Sowjetische Kontrollkommission“ ersetzt.

Im Okt. 1949 endeten Dreharbeiten zum sowjetischen „Dokumentar“-Film „Das Ende von Berlin“ im Berliner Schloss beendet. Über 200 Fenster des Schloßmuseums zersprangen im Feuer der Geschütze vor der Schloßfreiheit. Die große Treppe im Schlüterhof mit beiden Puttengruppen wurde zerstört. Panzer zermalmten abgeschlagen Skulpturen abgeschlossen. Das Betreten des Schlossgebäudes war vor Drehbeginn verboten worden. (s. zum Zustand Photos i. d. Landesbildstelle aus 1946 und dann nach o.g. Okkupierung der Ruine für sowjetische Dreharbeiten).

Noch am 15. Nov. 1949 setzte sich der SBZ -„Kulturbund“ unter Karl Hofer und Johannes  R. Becher  für einen zumindest partiellen Erhalt des Gebäudekomplexes - Berliner Schloss - ein. Sie forderten das Amt für Bau und Wohnungswesen unter Magistratsdirektor Starck bzgl. Maßnahmen zur Erhaltung der äußeren Gesamtfassade und einen späteren modernen Innenausbau des Schlosses auf.

Ende Dez. 1949 reiste anlässlich des angeblich 70zigsten Geburtstags von Stalin  auch  OB Ebert als Mitglied der Regierungsdelegation der DDR nach Moskau - und der eingesetzte Magistrat benannte anlässlich dieses 70zigsten Geburtstages und zu Ehren Jozef W. Stalins die Frankfurter Straße/Frankfurter Allee in Stalinallee um.
Nach seiner Rückkehr empfahl OB Ebert die Übernahme der sowjetischen Technologie und Moskauer Architektur  für die geplanten Neubauten im Friedrichshain; ihn störe dort der noch immer starke Einfluss des Dessauer Bauhaustils.

Am 15. Febr. 1950 hieß es in der „Berliner Zeitung“:
...aus kulturellen Gründen soll der um das Westportal gelegen Teil des Schlosses erhalten bleiben. Der übrige Teil des Schlosses wird sich infolge der übergroßen Zerstörungen nicht mehr erhalten lassen. Und soll nach Sicherstellung der dort noch vorhanden baulichen Kunstwerke abgetragen werden…
Sollte jetzt lt. o.g. Planungskollektivs (s. Abtl. Volksbildung/Bau- und Wohnungswesen sowie Architekt Richard Paulick) der Eosanderbau erhalten und der Schlüterbau gesprengt werden?
(s. „N.D.“ mit  „Das Zukunftsgesicht Berlins“ vom 12. sowie 15.2.1950)

Am 04. März 1950 hieß es in der „Berliner Ztg.“:
der Magistrat bemühe sich, auch das Schloss als Ganzes zu erhalten; allerdings stehen im Augenblick die notwendigen Mittel nicht zur Verfügung, so dass wir der Meinung sind, die Deutsche Demokratische Republik müsste für diesen so wichtigen Zweck einen ausreichenden Betrag bereitstellen.

Vom 14. April bis 27. Mai. 1950 weilte die Delegation  des  Ministeriums für Aufbau der DDR unter Minister Dr. Lothar Bolz (1903-1986),in Moskau, um sich über die Methoden des fortschrittlichen Städtebaus in der Sowjetunion belehren zu lassen. Darunter Hauptamtsleiter Piesternik, der Direktor des Instituts für Städtebau,  Dr. Kurt Liebknecht, Referent des Hauptamtes für Hochbau beim Magistrat mit Unterlagen/photographischen Aufnahmen zum Berliner Schloss: aus Friedenszeiten und zum Ist-Zustand 1950.

Am 12. Mai 1950 hieß es von OB Ebert jun.“der Schlüterbau steht dort, wo  n a c h  dem  B e f e h l  Moskaus bis zum 01. Mai 1951  der „Rote Platz“ für kommunistische Demonstrationen  hergerichtet sein muss“. Später - nach einem 10 Minuten-Gespräch mit Prof. Hamann - vor der provisorischen „Volkskammer“  und unter deren Beifall: „das Schloss muss fallen“.

Am 22. Juli 1950 teilte SED Gen. Sekretär Walter Ulbricht - nach der Moskaureise der Regierungsdelegation  mit dem Stadtarchitekten Dr. Kurt Liebknecht  und unter dem Minister für Aufbau (1949-1953), Dr. iur. Lothar Bolz (1903-1986) -auf dem 3. SED-Parteitag zum Thema „Wiederaufbau Berlins - Wiederaufbau von 53 Städten in der DDR“ die Entscheidung zur Niederlegung bzw. der Sprengung der imposanten barocken Schlossruine zwischen Schlossplatz und Lustgarten in Berlin-Mitte mit.
...die wichtigste wirtschaftspolitische Aufgabe ist der Wiederaufbau der zerstörten Städte der Republik, in erster Linie der Hauptstadt Deutschlands, Berlin...das Zentrum unserer Hauptstadt, der Lustgarten und das Gebiet der jetzigen Schloßruine, müssen zu dem großen Demonstrationsplatz werden, auf dem der Kampfwille und Aufbauwille unseres Volkes Ausdruck findet.
Motiviert vom SED-Politbüro mit der Angabe für die Öffentlichkeit, der Wiederaufbau würde 50 Mio. Mark Kosten, die dringend für den Wohnungsbau benötigt werden.
In der Ministerratssitzung seien einstimmig die ersten Maßnahmen für die Neugestaltung des Berliner Stadtzentrums und der Zeitplan festgelegt worden.
OB Ebert jun. erklärte: der Magistrat werde unverzüglich die erforderlichen  M i t t e l  bereitstellen, damit der erste Bauabschnitt bis zum 01. Mai 1951 beendet werden kann.

Am 27. Juli 1950 beschloss die SED Regierung 16 Grundsätze des Städtebaus und in einer gemeinsamen Sitzung des Berliner Magistrats und Ministerrats der DDR am 25. Aug. 1950 „Grundsätze für die Neugestaltung Berlins“ sowie das „Aufbaugesetz“ mit einer zentralen Achse in 90 m Breite von der Frankfurter Alle, über den Alexanderplatz/Rathausstraße zur Straße Unter den Linden bis zum Brandenburger Tor; vorgesehen wurde in den Planungen  ein repräsentatives Gebäude im „Stil eines Volkshauses“.
Offiziell hieß es zum Städtebau-Programm der DDR…das deutsche Volk, das erstmals in seiner Geschichte durch seine Majorität für seine Majorität handelt, hat das Recht, seiner Hauptstadt Berlin ein Antlitz zu geben, dass der neuen Phase seiner Geschichte würdig ist.

Am 27. Aug. 1950 wurde in der Presse der Aufbauplan für das Zentrum des „neuen Berlins“ an Hand von Plänen und eines Modells von Dr. Kurt Liebknecht  bekannt gegeben.

Am 28. Aug. 1950 appellierte Prof. Richard Hamann in seinem Schreiben an den Ministerpräsidenten der DDR, Otto Grotewohl; er schrieb von einem regierenden Bau, den jede Regierung mit neuem Leben füllen könnte...es beherrscht das Zentrum Berlins, den Platz, den es bilden hilft, die Straße, die zu ihm führt, das alte Berlin, das für den, der die Vergangenheit Berlins verkörpert sehen möchte, den Begriff Berlin ausmacht...
Von Otto Grotewohl (SPD/SED) sei zur geplanten „Rückbau“ Aktion bemerkt worden...jetzt schreien alle, und wenn das Schloss weg ist, dann kräht kein Hahn mehr danach.
Vor der Sprengung hätten als „Parteiauftrag“ 29 Personen - darunter Photographen, Architekten und Kunsthistoriker unter Dr. Gerhard Strauß (Ministerium für Volksbildung), Assistenz von Prof. Clasen  (Uni Greifswald), Prof. Weidhaas (Weimarer Bauhochschule) und Dr. Kaiser (Ass. von Dr. Strauß) - ohne den Schlüterspezialisten Dr. Ladendorf aus Leipzig und Dr. Ernst Gall in München.
Sie hatten den „Rückbau“ als wissenschaftlich unumgänglich zu begutachten sowie den „Ist-Zustand“ des Schlosses wissenschaftlich zu dokumentieren. Als Beispiel des imperialistischen Untergangs sei die Sprengung befürwortet worden…das Berliner Schloss sei zudem kein deutsches Kulturerbe, sondern ein Denkmal der Reaktion und des Feudalismus, heißt es.
Lt. SED Auftrag wurde die Ruine auch als Denkmal der Reaktion und des Feudalismus sowie als Beispiel des imperialistischen Untergangs  bezeichnet.

Zum 30. Aug. 1950 wurden die Vertreter der Kulturorganisationen der DDR ins Ministerium für Aufbau beordert. Dr. Liebknecht erlebte eine einstimmige Ablehnung der Abriss- bzw. sog. „Aufbaupläne“ - und ließ die Versammlung vorzeitig auflösen, damit  k e i n e  Resolution mehr verfasst werden konnte
(s. „Der Spiegel“ vom 18.10.1950).

Weder Denkschriften noch Memoranden verhinderten die endgültige Vernichtung des kulturellen Erbes zu Gunsten einer Freifläche als Aufmarschplatz mit einer Tribüne für die DDR-Staatsmacht und deren Staatsgäste. 
unter „Alliierte Komendantura“  bzw. des „Alliierten Kontrollrats für Deutschland in den Grenzen von 1937“.

Mit dem 06./07 Sept. 1950 begann gegen auch internationale Proteste die angeordnete Sprengung der imponierende Ruine des königlich-preußischen Residenzschlosses an der Spree zu Gunsten eines zentralen Aufmarschplatzes auf 82.000 m² - mit einer riesigen Tribüne für die ab 1950 Herrschenden - für geplante Massen-Kundgebungen ab Mitte 1951.

Ausgebaut seien an der Lustgartenseite: Teile von Portal V (ursprünglich Schlüter, überbaut von Eosander (s. Permosers Atlanten: Frühling und Sommer sowie Herbst und Winter nach 1707 bis 1713)  sowie vom Portal IV; vom Portal IV der „historische Liebknecht-Balkon“ .
…die o.g. Atlanten vor der Sprengung der bd. Portale in Lehm und Stroh eingepackt, wo sie hinfallen würden, ebenfalls Stroh ausgelegt (glaubte man, diese Figuren würden den Sturz unbeschädigt überstehen?)
Ausgebaut“ seien an der Schlossplatzseite: vom Dachgeschoss 4 Adler und 2 Widderköpfe; im 1. Stock eine Fensterumrahmung; am 2. Stock eine Fensterbekrönung - und aus Portal I (Schlüter) eine einzige Kartusche: das St. Georgs Relief.
Als erstes wurde der Hof-Apothekenflügel aus der Renaissancezeit an der Spreeseite und last but not least am 30. Dez. 1950 das Eosanderportal (Portal III) mit Schlosskapelle gesprengt.
Da man in  drei Schichten Tag und Nacht bei Scheinwerferbeleuchtung sowie an freiwilligen Aufbau-Sonntagen mit der FDJ  sprengen und  arbeiten ließ, war der Plan vorfristig erfüllt, heißt es. Zwischen 10 bis 12 Millionen Mark sollen die mind. 12 Sprengungen zwischen dem 7. September 1950 bis zum 30. Dezember 1950 mit 13 t bzw. 13.000 kg „geborgtem sowjetischem“ Dynamit für 150.000 m³  Trümmerschutt aus Säulen, Wänden, Fassaden und Kuppel gekostet haben.
Bis zum 01. Mai 1951 beliefen sich die Kosten dieser Sprengungen etc.  auf etwa 10 Mio. - ein Wiederaus- bzw. Aufbau hätte damals angeblich mind. 32 Mio. oder  max. 50 Mio. gekostet?

Zum 06. März 1951 erfolgte durch die drei Westalliierten eine Revision des bisherigen Besatzungsstatuts nach der bedingungslosen Kapitulation der großdeutschen Wehrmacht zum 08. Mai 1945. Es erklärte für die „Bundesrepublik Deutschland“ die formelle Aufhebung des bisherigen Kriegszustandes - unter weiterhin allliierter Besetzung für mögliche 60 Jahre (lt. Haager Konvention von 1907), die Beendigung bzw. Einstellung der Demontagen  - und im Weiteren die Errichtung eines Auswärtigen Amtes in Aussicht.

Am 09. Juli 1951 ließ der amerikanische Präsidenten Truman den bisherigen Kriegszustand zwischen dem  1938 völkerrechtlich anerkanntem Großdeutschland und den USA, Großbritannien und Frankreich für beendet erklären.

Am 25. März 1954 übertrug die UdSSR unter Malenkow und Chruschtschow einseitig die staatliche Souveränität in ihrer Besatzungszone (SBZ) auf die im Okt. 1949 als gegründete Deutsche Demokratische Republik/DDR. Zu Gunsten der Sowjetunion verblieben - wie bei den Westalliierten - ebenfalls wichtige Vorbehaltsrechten sowie weiterhin legitime Besatzungsrechte (s. Stadtkommandanten usw.);  selbstverständlich weiterhin kostenpflichtig für die deutsche Bevölkerung.

Im Okt. 1954 durften die Berliner im sowjetischen Sektor von Groß-Berlin erstmals ihr „Stadtparlament“ wählen. Die Einheitsliste erhielt 99,4 % der Stimmen…“Stadtoberhaupt“ blieb bis 1967 OB Friedrich Ebert jun.

Am 25. Jan. 1955 erklärte ihrerseits die Sowjetunion unter dem 1. Parteisekretär der KPdSU Nikita Chruschtschow den bisherigen Kriegszustand mit  „Deutschland“  für beendet.

Am 05. Mai 1955 beendeten die „Pariser Verträge“ das bisherige „Kleine Besatzungsstatut des „Alliierten Kontrollrats“; die Bundesrepublik Deutschland/BRD sei ab jetzt ein souveräner Staat.
Für die Westsektoren im alliierten „Sondergebiet Groß-Berlin“ blieben  mit Zustimmung der BRD die Rechte und Verantwortlichkeiten bei den Westmächten.  Diese neue „Erklärung über Berlin“ regelte die Beziehung der Alliierten zu den Berliner Behörden.

Mit dem 15. Mai 1955 endete für die  Republik Österreich und das Sondergebiet Wien - nach  300 Ausschuss-Sitzungen zum „Staatsvertrag - eine 10-jährige alliierte Besatzungszeit mit dem Truppenabzug der vier Siegermächte.

Nach dem 20. Sept. 1955 gewährte die UdSSR unter Bulganin und Chruschtschow (1. Parteisekretär  der KPdSU) der DDR unter dem SED-Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht  lediglich eine  b e d i n g t e  Souveränität.

1958 setzte die DDR dem westberliner Wettbewerb „Hauptstadt Berlin“ ihren „Ideenwettbewerb zur sozialistischen Umgestaltung der Hauptstadt der DDR, Berlin“ entgegen.
Allerdings führte keine der Einsendungen zu einer preisgekrönten Lösung. Es gab keinen Preisträger für das DDR-Preisgericht...außer Konkurrenz schlug Architekt Hermann Henselmann statt eines Regierungshochhauses (150 m) einen „Turm der Signale“ vor (s. Fernsehhturm).
Die in Berlin-Kreuzberg eingelagerten vorhandenen Modelle der Gussformen dienten der Gießerei Noack in westBerlin für die neu entstandene „Quadriga; sie durfte offiziell als Wahrzeichen der „Hauptstadt der DDR“ auf ihren angestammten Platz auf dem Brandenburger Tor am Pariser Platz zurückkehren; ohne die Insignien der Befreiungskriegen 1813: Preußenadler und Schinkels „Eisernes Kreuz“ im Eichenkranz.

Bis zum Jan. 1959 wurde in 300 Güterwaggons weitere sowjetische „Beutekunst“ mit etwa 1,5 Mio. Trophäenstücke aus dem Depot der Eremitage und 121 Kisten mit Büchern und Photographien in die DDR transportiert. Darunter befanden sich auch 58 Kisten verschleppten Inventars, wie z.B. 160 von einst sichergestellten 2.000 Möbelstücke: Kommoden, Schränke, Standuhren aus den Potsdamer Schlössern mit Gemälden, Meißen-Vasen und figürlichem Porzellan der KPM. 

Am 14. Juli 1959 entschied das Bundesverfassungsgericht - insbesondere gegen Ansprüche aus den Bundesländern  Baden-Württemberg, Hessen und Niedersachsen - dass ehemalige Besitzrechte an preußischen Kunstschätzen und der Staatsbibliothek - die  i m m e r  für das ganze Deutsche Reich und nicht für einzelne deutsche Provinzen bestimmt waren - endgültig in die ggr. Stiftung „Preußischer Kulturbesitz“/SPK  - vereinbar mit dem Grundgesetz - übergehen, um sie dem gesamtstaatlichen deutschen  Kulturleben zu erhalten.
Das alliierte „Sondergebiet Groß-Berlin“ beherbergte bzgl. der durch den Krieg getrennten Bestände bis nach 1990 zwei Museenzentren :

Am 21. April 1961 beschloss der Magistrat im sowjetischen Sektor Berlins unter OB Ebert jun.,  die während des „Abbruchs“ vom Berliner Schlosskomplex geborgenen Fassadenteile aus Portal IV in die Fassade des entstehenden Gebäudes  des  „Staatsrats der DDR“ einzufügen.

Ab 1966 wurden auf Beschluss des Politbüros des ZK der SED und des Präsidiums des Ministerrats der DDR die Grundkonzeptionen über den Aufbau des Stadtzentrums der Hauptstadt der DDR, Berlin mit Schwerpunkt der Bebauung zwischen Marx-Engels-Platz (s. Schlossareal) und Alexanderplatz mit Fernsehturm bis 1970 mit der ostBerliner Stadtverordneten-Versammlung beraten.
Zum Neubau „Staatratsgebäude“ (seit 1998 unter Denkmalschutz) heißt es 1983 im Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler „Dehio“ zu Berlin/Potsdam (DDR) bzw. Institut der Denkmalpflege Abteilung Forschung, Akademie Verlag Berlin, bearbeitet von Becker, Büttner, Drescher, Herrmann, Schröder, Stepansky, Trost…vom Schlosskomplex Teile wiederverwendet am Staatsratsgebäude Marx-Engels-Platz, erbaut 1962-64 unter Ltg. von Roland Korn . Dort eingefügt das ehemalige zum Lustgarten gelegene Portalrisalit IV des SW Flügels der Schlosserweiterung von Joh. Friedrich Eosander, ausgeführt zwischen 1706-1713 als Wiederholung des 1698-1707 entstandenen Gartenportals V von Andreas Schlüter. Der Aufbau des dreiachsigen Risalits entsprechend den ehemaligen Schlossfronten viergeschossig mit oberen Mezzanin und geschoßweise übereinander angeordneter Pilastergliederung, von  italienischen Barockströmungen beeinflusst. Die Mittelachse durch einen hermentragenden Balkon vor der Hauptetage sowie ein großes Rundbogenfenster mit eingestellten Säulen und bekrönender Wappenkartusche betont, letztere von Genien des Ruhmes begleitet. Die ausdrucksstarken Atlantenhermen von Balthasar Permoser aus Dresden entstanden zwischen 1706 bis 1708; waren von Schlüter ursprünglich wohl nicht beabsichtigt. Teil eines Jahreszeitenprogramms an den Lustgartenportalen, Herbst und Winter darstellend . Die herkulischen Körper anlässlich der Neuaufstellung kopiert. Frühling und Sommer vom Schlüterportal (V) in den Staatlichen Museen Berlin.
Der Attikaschmuck des Risalits schon Anfang des 19. Jahrhunderts verloren. Weitere Reste der Architekturplastik des ehemaligen Schloßes in den Staatlichen Museen Berlin und im Märkischen Museum.

Am 03. Okt. 1969 war der ostBerliner Fernsehturm nach dreijähriger Bauzeit vor dem Roten Rathaus fertig gestellt worden; mit 365 m höchstes Bauwerk im Raum Groß-Berlin.
Am 26. März 1970 bis zum 03. Juni 1972 verhandelten die alliierten Siegermächte wiederum ergebnislos zum Viermächteabkommen über das Sondergebiet Groß-Berlin.

Am 21. April 1976 eröffnete in ostBerlin das für mind. eine Milliarde Valutamark ausgestattete Prestigeobjekt der DDR, der „Palast der Republik als Symbol jener Schönheit, die dem sozialistischen Lebensgefühl unseres Volkes entspricht sowie als Beweis der Existenz einer sozialistischen Nationalkultur - auf dem Areal des ursprünglichen markgräflich-kurfürstlichen bzw. nach barockem Umbau unter Schlüter zum königlichen Residenzschloss an der Spree.
Als Mehrzweckgebäude bzw. 1972/73 projektiert durch das Architektenkollektiv unter Heinz Graffunder und erbaut unter Leitung von Erhardt Gießke in 1000 Tagen…multifunktional mit „Volkskammersaal“, gläserner Foyerbereich, „Theater in Palast“, Kleiner Saal für etwa 540 Plätze und der Mehrzweckhalle  „Großer Saal“ für bis zu 5.000 Plätzen, zahlreichen Restaurants usw.;  Kostenpunkt: eine Milliarde Valutamark.
…architektonisch keine „Konkurrenz“ zum fast zeitgleich errichteten Internationalen Kongreßzentrum/ICC  mit 320 m Länge, 80 m Breite und 40 m Höhe des SPD-Senats von westBerlin und der Messe/AMK in Berlin-Charlottenburg? Nach fast 10 jährigen Planungen entstand unter den Berliner Architekten Ralf Schüler /Ursulina Schüler-Witte mit zeitweise bis zu 100 Mitarbeitern deren Hightech-Haus; es wurde 1979 nach vierjähriger Bauzeit am Messedamm eröffnet.. Kostenpunkt: eine Milliarde DM.

1980 begann in der DDR unter Erich Honecker eine Art „Preußen-Renaissance“: z.B. kehrte das Reiterstandbild von Rauch für König Friedrich II. v. Hohenzollern, nach 1772 König von Preußen - bisher versteckt im Park von Sanssouci hinter Busch und Baum - an seinen ursprünglichen Standort auf Berlins Straße Unter den Linden  zurück.

Im Nov. 1984 wurde von der Staatsmacht in der DDR um Prof. Dr. Gerhard Strauß als einem führenden Kunstwissenschaftler und „Denkmalpfleger“ im Ministerium für Volksbildung und „Aktivist der ersten Stunde“ getrauert.
Das SED  bzw. Zentralkomitee erklärte im „N.D.“ nicht, dass Dr. Strauß 1950 seinen wichtigsten Parteiauftrag vom Politbüro der SED erhielt. Bekanntlich hatte er den Abriss/die Sprengung des letztlich nach drei Bombardierungen fast vollständig ausgeglühten Berliner Schlosses als wissenschaftlich unumgänglich zu begutachten. Auf Grund internationaler Proteste zur erfolgten „Kulturbarbarei“  hatte er nur ganz kurzfristig  seinen Dienst zu quittieren.

Anlässlich der  750-Jahrfeier der Doppelstadt Berlin-Cölln  bzw. der Initiativen in der „Hauptstadt des Friedens“ unter OB Erhard Krack von 1974 bis 1990 - im politisch und verwaltungsmäßig aufgeteilten alliierten Sondergebiet „Groß-Berlin“ - reichten im Jan. 1987 ostBerliner Ärzten ihren Vorschlag zum Wiederaufbau des Berliner Schlosses in Verbindung mit dem „Palast der Republik“ an den Generalsekretär des ZK der SED  Honecker ein. Sie erhielten zu ihrer Eingabe - mit Bauskizze - eine Gesprächs-Einladung aus dem SED-Zentralkomitee/Abtlg. Bauwesen.

Seit 1989/90  wurde in der sog. „Wendezeit“ und fast 40 Jahren nach Sprengung des Berliner Schlosses -  im Gegensatz zur o.g. Idee einer partiellen Rekonstruktion  mit barocken Fassaden - in Frankfurt am Main das  Projekt „Berlin morgen: Ideen für das Herz einer Großstadt“ sowie von der F.A.Z.  unter und mit ihrem Herausgeber Joachim Fest Anfang 1990 unter einem „Plädoyer für den Wiederaufbau des Stadtschloßes“ mit Michael Mönninger,, Jobst Siedler, Christoph Stölzl  und Vittorio Magnano Lampugnani publiziert.

 

Fussnoten


Kurfürst Friedrich III. (Friedrich I. als König in (ost)Preußen) gründet 1698 mit dem Ankauf der röm. Sammlung Bellori den Grundstein der Antikensammlung in Brandenburg-Preußen.

s. Bauakten ab 1859 bis 1918 im Geheimen Preußischen Staatsarchiv in Berlin-Dahlem

Caspar Theyss (Kurfürst Joachim II.), Graf R. zu Lynar (Kurfürst Johann Georg) Andreas Schlüter , Martin Heinrich Böhme, Joh. Friedrich Nilsson Eosander (Kurfürst Friedrich III. = König Friedrich I. in Preußen) zum Umbau des Renaissanceschlosses in Cölln-Berlin unter Schloss-Baudirektor Andreas Schlüter und barocken Neubau des ehemaligen Vorhofes bzgl. der Memhardtschen Stadterweiterung gen Westen…unter preußischen Königen: Johann August Nahl, die Gebrüder Hoppenhaupt, Carl Gotthard Langhans, v. Gontard, v. Erdmannssdorf  (Friedrich Wilhelm II.), Karl Friedrich Schinkel und August Stüler (Friedrich Wilhelm III./ König Friedrich Wilhelm IV.), Adolf Heyden, Ernst v. Ihne und Albert Geyer (Wilhelm II.).

geb. etwa vor 1656 (Slitter aus Hamburg?); 1682 Danziger Steinmetz und auch in Warschau tätig; vh vor 1685 Anna Elisabeth Spangenberg aus Berlin - nachweislich 5 Kinder, von denen die Töchter Anna Eleonore (1687) und  Hedwig Elisabeth (*1690) sowie Sohn Daniel (vor 1687) in Warschau geboren - und ev. getauft worden sind;  ab 1694 in Berlin Hofbildhauer; s. Köpfe sterbender Krieger am Zeughaus, 1697 Bronze-Reiterstandbild für den großen Kurfürst Friedrich Wilhelm v. Hohenzollern und Standbild Friedrich III.,,
1699-1706 Schlossbaudirektor für Kurfürst Friedrich III. v. Hohenzollern bzw. König Friedrich I. in Preußen; s. Bronzebüste Landgraf Friedrich II. v. Hessen-Homburg, s. Reliefs Alte Post, s. Kanzel Marienkirche, s. Grabmal Männlich i. d. Nikolaikirche, s. Sarkophage für Prinz Ludwig, Königin Sophie Charlotte und König Friedrich I., s. Marmorsaal im Stadtschloß Potsdam, s. Haus Kameke.
Ab 1713 mit Sohn Daniel in Petersburg; gest. 1714 in Petersburg (Choleraepidemie)

keineswegs „Stadtschloss“ genannt, der Name taucht erst durch Joachim Fest/F.A.Z. nach 1990 auf

geb.1669 i. schwedischen Stralsund, Eltern: Nils Israel Morgenrot (= Eosander) 1683 schwed. Generalquartiermeisterleutnant in Stralsund bis Riga und Gertrud Warnecke (gest. 1683 oder 1686 i. Riga);  Ausbildung zum Festungskondukteur in Riga, Stettin und ab 1697 in Stockholm...nach 1699/1700 Berlin und Studien in Paris; 1702 in Berlin Baudirektor s. z.B. ab 1705 bis 1713 Umbau zum Schloss in Charlottenburg und Oranienburg, Niederschönhausen, Monbijou - ab 1707 i. d. Nachfolger Schlüters und ab 1710 zu den Erweiterungs-bauten des Schlüter-Schlosses;  vh i. Berlin Marie Charlotte Merian (1691-1753, 4 oder 5 Kd.); 1713 Flucht mit Festungs- und Bauunterlagen in schwedische Dienste, schwedischer Adelstitel: Freiherr v. Göthe (Gotland) unter König Karl XII.; in Stralsund von brandenburgischen Truppen gefangen genommen, verurteilt, Festungshaft in Spandau u. Frankfurt; gest. 1728 im sächsischen Dresden 

Königreiche: Bayern (Residenz: München), Preußen (Residenz. Berlin), Sachsen (Residenz: Dresden) und Württemberg (Residenz: Stuttgart). Großherzogtümer: Baden (Residenz: Karlsruhe), Hessen (Residenz: Darmstadt), Mecklenburg (Residenz: Schwerin), Luxemburg, Oldenburg, Sachsen-Weimar-Eisenach. Herzogtum: Anhalt (Residenz: Dessau), Braunschweig-Lüneburg-Oels (Residenz. Braunschweig), Sachsen-Altenburg, Sachsen-Coburg-Gotha und Sachsen-Meiningen. Fürstentum: Lippe (Residenz. Detmold), Reuß ä. Linie in Greiz, Reuß j. Linie in Gera, Waldeck-Pyrmont (Residenz: Arolsen), Schaumburg-Lippe (Residenz: Bückeburg), Schwarzburg-Rudolstadt und - Sondershausen  sowie die Hansestädte: Bremen, Hamburg und Lübeck

als Soldat im Jahr 1916 Mitbegründer des Spartakusbundes, keineswegs mehr SPD-Abgeordneter im Reichstag und am 23. Okt. 1918 durch Generalamnestie aus vierjähriger Gefängnishaft nach zweijähriger Inhaftierung vorzeitig entlassen. Wann und wo hielt Dr. Liebknecht  in Berlin-Mitte nachweislich am 09. Nov. 1918 welche spontane Rede ohne schriftliches Konzept; z.B. auch für die Volksmarinedivision im besetzten Schloss an der Spree sowie im benachbarten Königlichen Marstall?

s. die berühmt/berüchtigen 59 Eisenbahnwaggons von Berlin nach Haus Doorn mit Gemälden, Teppichen, Gobelins, Bibliothek, KPM und Meißner Porzellan und Geschirr, Silberwaren, Uniformen und Exponate aus der Schnupftabakdosensammlung von Friedrich II. sowie Mobiliar aus dem Berliner Schloss, Schloss Bellevue und dem Neuen Palais in Potsdam

klärende Bemerkungen: Die am 14. August 1919 in Kraft getretene Weimarer Reichsverfassung vom 11. August 1919 hat bestimmt, dass   die öffentlich-rechtlichen Vorrechte der Geburt oder des Standes aufzuheben seien und das  Adelsbezeichnungen nicht mehr verliehen  werden dürfen. Das fast 1000 jährige geltende Adelsrecht wurde damit im Jahre 1919 in und für Deutschland aufgehoben.   Adelsbezeichnungen (d.h. auch für den  Adel mit dem Titel: Ritter, Freiherr/Baron/Edler, Graf, Fürst, Herzog, Prinz im Genealogischen    Handbuch des Adels (GHdA)  können daher nur im rein historisch-genealogischenSinne gemeint sein.  Für den jeweiligen Familiennamen einschließlich Reichsbriefadel - blieb rechtlich seit 1919- lediglich das  v o n  erhalten. Auch in der Bundesrepublik Deutschland   könnten nur der ehemalige Titel  für die privilegierte Linie des ehelichen und legitimen  Erstgeborenen im Mannesstamm - geboren vor  1919 -  angeführt werden. Die rein historisch-genealogischen Bezeichnungen der im 19./20. Jahrhdt. entthronten deutsch-österreichischen „Fürsten-Häuser“ im „Gotha“ (GHdA) sind im geltenden Namensrecht  n i c h t  relevant.

s. römisch-katholische Linie Hohenzollern-Sigmaringen und Hohenzollern-Hechingen

d.h. mit den deutschen Ländern: Preußen mit 12 Provinzen - ab 1929 mit Waldeck; Bayern mit Coburg, Württemberg;  Sachsen,  Baden, Thüringen (s. ehemalige Fürstentümer/Kleinstaaten), Hessen, Oldenburg, Braunschweig, Anhalt, Lippe, Lübeck, Waldeck (ab 1929 zu Preußen), Schaumburg-Lippe, Mecklenburg (s. ehemals Ghzg.tum Schwerin und Strelitz) sowie für die Freien und Hansestädte: Hamburg mit Wilhelmshaven, Lübeck und Bremen. Für sie alle galt die demokratische Weimarer Reichsverfassung.

nach Italien, Ungarn und Spanien usw. erkannten am 19. März 1938 die USA unter dem demokratischen Präsidenten F.D. Roosevelt die erfolgte Vereinigung zwischen den Republiken Deutsches Reich und Österreich zu Großdeutschland völkerrechtlich an (s. US-Milliarden $ Kredite für die Weimarer Republik nach 1923); am 02. April 1938 auch die demokratischen Regierungen in London unter Premier Chamberlain für Großbritannien sowie in Paris unter Ministerpräsident Daladier für Frankreich den o.g. friedlichen Zusammenschluss der Republiken Deutsches Reich und Österreich zu Großdeutschland völkerrechtlich an...Art. 88 des Vertrages von Saint Germain war damit offiziell, d.h. international gültig, hinfällig geworden.

z.B.: Reichstag, Tiergarten, Pariser Platz mit Brandenburger Tor, Bahnhof Friedrichstraße, Alexanderplatz, Unter den Linden, Schloss,  Hedwigskirche, Staatsoper, Friedrich-Wilhelms-Universität, Zeughaus, Lustgarten, Altes Museum, Neues Museum, Berliner Dom, Gendarmenmarkt, Französischer Dom, Rathaus, Graues Kloster, Köllnischer Fischmarkt, Spittelmarkt, Leipziger Straße, Leipziger Platz, Potsdamer Bahnhof  Wilhelmstraße, Lindenstraße usw.

einsatzfähig waren 1945 lediglich der schwere Kreuzer „Prinz Eugen“ u. der leichte Kreuzer „Nürnberg“;  die  bd. Schlachtschiffe „Scharnhorst“ und „Tirpitz“  waren durch „Ultra“ aufgespürt und längst versenkt worden.

alle Bombardierungen gegen Ortschaften und Städte und ihre überwiegend zivile Bevölkerung geschahen in Abstimmung zwischen Churchill und Roosevelt mit Stalin. Von der Royal Air Force wurden auftragsgemäß Luftangriffe photographiert bzw. gefilmt. Daraus wurden wöchentlich für Churchill, Harris, den Buckingham Palast und für Marschall Stalin sog. Blaue Alben zum Anschauen der Ergebnisse zu den Zerstörungen zusammengestellt. Einige der ausgewählten 161 Großstädte wurden bekanntlich mehrfach bombardiert, z.B.: im Fächervon Flächenbombardements mit Spreng-, Brand- und Splitterbomben...allerdings keines der mind. sechs bekannten Kommandozentralen, der sog. Führer-Hauptquartiere.

s. Landesarchiv Berlin,  Eichborndamm (Zeitgeschichte 1945 bis 1951);
Oberbürgermeister: Dr. Arthur Werner (parteilos,: am 12. Mai 1945 von Walter Ulbricht „gebeten“, ab 17. Mai 1945 Einsetzung als OB des Magistrats von „Groß-Berlin“ – unter Stadtkommandant Bersarin, d.h. von SMAD; s. dessen Nachfolger: Kotikow und Gorbatow)
Stellvertreter: Maron (KPD/SED), Dr. Hermes (Ernährung; ehemals Zentrum/CDU), Orlopp (SPD/SED), Schwenk (zugleich Stadtrat für Planung; Recht (Justiz), KPD/SED) und Schulze (zugleich Stadtrat für Kunstangelegenheiten, KPD/SED)
Stadträte: Arthur Pieck (Personal und Verwaltung, KPD/SED „Genosse Politruk“, Sohn v. Wilhelm Pieck).
); Dr. Landwehr (Wirtschaft, parteilos), Jendritzki (Arbeit; KPD/SED), Prof. Sauerbruch (Gesundheitswesen, parteilos),  Prof. Scharoun (Bau- und Wohnungswesen; parteilos), Noortwyck (Finanzen und Steuern, KPD), Geschke (Sozialwesen, KPD/SED), Winzer (Volksbildung, KPD/SED), Jirak (Städtische Betriebe, KPD), Kraft (Verkehr, parteilos)

s. Reichsbesitz wie alle Schlösser, Staatsbibliothek, Staatsarchiv  und Staatstheater?

Änderungen und Ausführungsbestimmungen erfolgten noch 1946. In der SBZ als Befehl Nr. 124 und 126 unter SMAD

s. Komitee für Arbeit und Arbeitseinsatz der „Komendatura“ (s. Oberstltn. Raw am 12.1.1946)

zu den Kriegsschäden, die im Krieg mit „Führer-Befehl“ nicht beseitigt werden durften, kam unter den siegreichen Alliierten neben dem Verbot der Instandsetzung über Jahre typische Witterungsschäden hinzu

wahlberechtigt waren Männer und Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit über 21 Jahre - auch ehemals Mitglieder der WaffenSS, die nach dem 01. Jan. 1943 eingezogen wurden - mit Berliner Wohnsitz ab 20. Juli 1946.
Ausgeschlossen: ehemals Berufsoffiziere der Wehrmacht sowie ehemals Mitglieder in  Gestapo, NSDAP, SA, SD, SS; NSF, NSKK, NSFK, NSDStB, NSDoB; und bei ehemals Mitgliedschaft in HJ und BDM  v o r  dem 01. April 1933

in der 2. Reihe saßen im Magistrat von Groß-Berlin im „Neuen Stadthaus“ am Molkenmarkt   die jeweils vier Verbindungsoffiziere und Dolmetschern der „Alliierten Kommandantur“. Stadtrat für Verkehr/Städtische Betriebe war der Emigrant  Ernst Reuter (SPD/USPD/KPD und wieder SPD); Dr. Ostrowski wurde 1947 von den Westalliierten und  im Magistrats von seinen SPD-Genossen das Misstrauen ausgesprochen, er wurde als „trojanisches Pferd“ der SED angegriffen  und musste seinen Rücktritt erklären; Nachfolgerin bis 7.12.1948: Luise  Schröder (Ernst Reuter)

 

Seit 1989/90  wurde in der sog. „Wendezeit“ und fast 40 Jahren nach Sprengung des Berliner Schlosses -  im Gegensatz zur o.g. Idee einer partiellen Rekonstruktion  mit barocken Fassaden - in Frankfurt am Main das  Projekt „Berlin morgen: Ideen für das Herz einer Großstadt“ sowie von der F.A.Z.  unter und mit ihrem Herausgeber Joachim Fest Anfang 1990 unter einem „Plädoyer für den Wiederaufbau des Stadtschloßes“ mit Michael Mönninger,, Jobst Siedler, Christoph Stölzl  und Vit

s. Dr. Acker, Erich Lübbe, Waldemar Schmidt

am 13. Dez. 1945 titelte die Berliner Zeitung“ Denkmalstrümmer werden gesammelt - es ist noch Leben im Berliner Schloß“

dieses o.g. alliierte Gesetz - Auflösung des Landes Preußen mit seinen 12 Provinzen und ehemals 40 Mio. Einwohnern innerhalb der Republik Deutschen Reich - führte bzgl. des Verbleib von Kunst/Kulturgütern zwischen den  westlichen, d.h. ehemals 12 preußischen Provinzen und der 1957 mit Sitz in Berlin (West) gegründeten bundesunmittelbaren Stiftung Preußischer Kulturbesitz/SPK bis weit in die siebziger Jahre zu Prozessen zwischen den von den Alliierten neu ggr. Bundesländern in ihren Besatzungszonen bis vor das Bundesverfassungsgericht.

den Staat Preußen bildeten bekanntlich die  Provinzen:  Hessen-Nassau; Westfalen; i. d. Preußischen Rheinprovinz die Reichsstädte Köln, Düsseldorf, Aachen;  Hannover;  Schleswig-Holstein; Enklave Hohenzollern mit Tübingen; Mark Brandenburg (Kurmark, Mittelmark, Altmark, Neumark und Groß-Berlin); Sachsen-Anhalt; Pommern mit Vor- und Hinterpommern; Ostpreußen; Schlesien mit Ober- und Niederlausitz...Hauptstadt war Berlin

im 18./19. Jahrhundert wurden 280 Kriege geführt:  28 % mit französischer, 26 %  mit britischer,  23 %  mit russischer  und lediglich 8 % mit  preußischer Beteiligung (s. Fst. v. Bismarck/König Wilhelm I.) wie sog. nord-/süddeutsche Einigungskriege: 1864 sog. Norddeutscher Bund mit Österreich-Ungarn gegen Dänemark um die Provinz Schleswig: 1866 Deutscher Bund gegen Österreich-Ungarn  - und 1870/71 Deutsch-Französischer Krieg gegen Frankreich (angeblich um spanische Erbfolge); danach folgten 43 Jahre zwar Militärbündnisse und bis zum Sommer 1914 keine deutsche Kriegsbeteiligung oder Kriege.

Dr. Haas nachfolgend für die CDU: Dr. Schaefer, Dr. Kielinger

Vorsitzende der Berliner SED und der sog. Blockparteinen sowie diverser „Massenorganisationen“

Wahlbeteiligung in den drei Westsektoren 86,3 %; SPD = 64,5 %, CDU 19.4 %, LDP 16,1 %

Titel „Regierender Bürgermeister“ ab 18. Jan. 1951 seit Inkrafttreten einer Landesverfassung für den Westteil der Stadt „Groß-Berlin“

Überwachung von: kriegswichtige Produktion, Reparationen, Außenpolitik, Außenhandel, Devisenwirtschaft u.a.

s. Shukow, Sokolowski, Tulpanow, Semjonow, Tschuikow und jeweilige Berliner Stadtkommandanten

s. Personenkult um Stalin im gesamten sowjetischen Machtbereich; den von NS-Herrschaft befreiten Völkern Ost-Europas wurde die Freiheit verweigert

auch als „Platz des Roten Oktober“  mit einer Tribüne für 3.000 Ehrengäste in ostBerliner Ztg. zitiert

*1905 in Ffm./+ 1994 in Berlin; Sohn des Chemikers Dr. Otto Liebknecht in Ffm. 1931-1948 in der UdSSR; der „rote Schlüter“ genannt; Neffe von Dr. Karl Liebknecht

nach 1929 KPD, RA i. Breslau; emigrierte über Danzig, Prag i.d. UdSSR, Journalist, ab 1941 Lehrer i. Moskau und an die sowjetische Antifa-Schule für deutsche Gefangene, sowjetischer Staatsbürger. Ende 1947 Rückkehr in die SBZ; von 1948 bis 1972 Vorsitzender d. NDPD; 1949 bis 1953 Minister für Aufbau, 1953-1965 Min. d. Auswärtige Angelegenheiten

s. z.B. auch von  Dr. Ernst Gall, 1930 bis 1945 Direktor der Staatlichen Preußischen Schlösser und Gärten; seit 1947 Prof. in München

s. Dokumentarfilm von Leo de Laforgue auf Anregung von Bundespräsident Prof. Th. Heuß

in der äußerlichen baulichen Form 250 Jahre bestehend; errichtet war der größte Barockbau nördlich der Alpen von den Hof-Baumeistern Caspar Theyss, Andreas Schlüter/Martin Böhme/Eosander unter den brandenburgischen Kurfürsten Friedrich I. sowie Friedrich Wilhelm I.,  zugleich Könige in (Ost)Preußen a. d. Haus Hohenzollern; bauliche Veränderungen, Plastiken  u. Innenarchitektur schufen auch:
Joh. August Nahl, Gebr. Hoppenradt, Schadow, Carl Gotthard, Langhans, Karl Friedrich Schinkel, August Stüler, Adolf Heyden, Ernst v. Ihne und Albert Geyer im Schloss mit über 1.200 Räumen  u. nur in wenigen königlich-kaiserlich Räumen unter Wilhelm II.

s. „Das Berliner Schloss und sein Untergang“- im Auftrag des BM für gesamtdeutsche Fragen, 1951 (deutsche und engl. Ausgaben)

s. Legende der DDR Geschichtsschreibung (bzw. lt. Napoleon ist  Geschichte die Lüge, auf die sich alle geeinigt haben)

kein Friedensvertrag

s. Stiftung Preußischer Schlösser und Gärten - nach dem Vertrag zwischen der Weimarer Republik und dem Haus Hohenzollern - allein aus der „Bildergalerie  Sanssouci“ z.B. Meisterwerke flämischer, holländischer, italienischer und französischer Schulen; erworben unter König Friedrich d. Großen von 1755-1763; es fehlen auch ihr bis dato  mind. 99 Gemälde neben gelisteten Gemälden auch aus Aachen, Berlin, Dessau und Schwerin...s. Verlustkatalog der Stiftung von 2004  - und 6 Rückgaben aus den USA, Holland und Großbritannien

ab dem 01. Jan. 1992 wurden aus  zusammengeführten Sammlungen  17 Museen der Stiftung Preußischer Kulturbesitz bzw. Staatlichen Museen zu Berlin.
Im Stiftungsrat der SPK verfügt der Bund über 120 und die 16 Bundesländer als Träger der Kulturhoheit zusammen über 80 Stimmen

* 1930 in Saalfeld;  nach Wettbewerb 1964 - Chefarchitekt der „Hauptstadt der DDR“;  s. „Generalplan für die Entwicklung der Hauptstadt der DDR von 1988 bis 2010“?, unter Korns Planungen etc. für den neuen Stadtbezirk/gesamtes Neubaugebiet Berlin-Marzahn

eine Kopie, s. Aussage von Jürgen Klimes, VEB Stuck und Naturstein

lt. Jürgen Klimes, (Meister in VEB Stuck- Naturstein) zu 97 % Original erhalten

verteilt waren größere Teile des beweglichen - im Krieg ausgelagerten - Schlossinventars (s. Dr. Gall/Dr. Kühne) im Kunstgewerbe-museum Schloss Köpenick sowie auf die Schlösserverwaltungen Potsdam/Sanssouci und Charlottenburg/Berlin

180 m lang, 90 m breit und 30 m hoch in vier Geschossen auf dem Baugrund des Renaissancebaus im 15./16. Jahrhdt. -  am 19. Aug. 1990 mit Volkskammerbeschluss wg. vermuteter Asbestbelastung geschlossen...und am 19. Jan. 2006 beschloss der Bundestag den sofortigen  „selektiven Rückbau“ bzw. Abriss des Palastes; Kosten etwa 35 Mio. Euro.

s. i. A. bzw. für Friedrich I. v. Hohenzollern unter Schlüter und Eosander sowie unter Böhme für Friedrich Wilhelm I. v. Hohenzollern, beidewarenKurfürsten von Brandenburg und Könige  i n  ostPreußen

*1930 in Berlin-Pankow, Architekturstudium an der TU westBerlin… s. rekonstruierter Marstall und Stülerbau mit Ägyptischem Museum in Charlottenburg, 1967 U-Bahnhof Schloßstraße,  s. futuristisches Turmrestaurant Steglitz (Bierpinsel), s. 1986 Rosa-Luxemburg Denkmal am Landwehrkanal, s.1990 Rathaus Hellersdorf, 2001 Kuppel für den U-Bahnhof Nollendorfplatz u.a.m.

*1908 in Mohrungen/Ostpreußen, Abitur 1928 i. Allenstein, Universität Königsberg, Köln und Wien: Kunstgeschichte, Archäologie, Erdkunde. SPD 1929/30; SPÖ 1930; KPD 1932/33, SA 1934/35; 1935 Dr. phil. in Königsberg; NSDAP ab 1937; Unteroffizier, 1945 sowjetische Kriegsgefangenschaft/Ltr. der ANTIFA; 1945... KPD/SED usw.; s. bis Direktor des Instituts für Kunstgeschichte  Humboldt-Uni in Ost-Berlin.

* 1931 in Danzig, ab 1951 SED Mitglied; Nachfolger von Ebert/Fechner als OB in Berlin (Ost); 2/1990 Rücktritt, ebenfalls verurteilt wg. Wahlfälschung der Kommunalwahl im Mai 1989 in ostBerlin

s. Dr. Joachim Müller sowie Dr. Hilmar Körner (z.B. auch 07./08. 11. 1992 Morgenpost Sonntags-Beilage „Berliner Illustrierte“, S.4)

s. auch Ideen von Prof. Goerd Peschken mit Frank Augustin 1991 sowie  die Umsetzung in der „Ausstellung“ 1993/94 auf dem Marx-Engels Platz (sog. „Schlossplatz“)