AG-Schlossplatz

AG - Schlossplatz

Fragen zum "Humboldt-Forum"-
Wiederaufbau Berliner Schloss?

17. Stichwort: „Spendensiegel“  - eine glaubwürdige  Entscheidungshilfe für Spenderinnen/Spender?

Der Förderverein Berliner Schloss e.V. wirbt um gemeinnützig anerkannte „Zuwendungen“
zum „Wiederaufbau Berliner Schloss“.

Im „Berliner Extrablatt“  des o.g. Fördervereins äußerten sich ab der 22. Auflage im  Juli 2003 einschließlich der 37. Auflage im März 2006 z.B. auf einer Doppelseite „Prominente für das Schloss“.
Bis zur 30. Auflage im 2. Quartal 2005 hieß es Spenden Sie für die Schlossfassaden  und Kaufen Sie symbolisch Ihren Schlossbaustein!  u. a. von Wolfgang Thierse,  Prof. Dr. Richard Schröder  sowie Ingrid Stahmer.

Ab der 31. Auflage bis dato 60. Auflage wirbt o.g. Förderverein unter seinem 1. Vorsitzenden Schröder  (Theologe, Politiker, Verfassungsrichter des Landes Brandenburg bis 2009) und sein „Geschäftsführer“...Stiften Sie jetzt Ihren Schlossbaustein oder ein Schmuckelement!  Der jeweilige „Stifter“ kann ab eingezahlter Spende von 250 Euro an o.g. Förderverein zusätzlich zum erhaltenen Schloss-Stifterbrief -  mit Lageskizze in der geplanten barocken Schlossfassade - diesen auch im Internet besuchen; der symbolisch erworbene Schlossbausteinbleibt auf ewig mit dem Namen des Spenders verbunden, heißt es.

Die Vorsitzende des DZI - Vorstands, Ingrid Stahmer, ehemals SPD-Landesvorsitzende, Bürgermeisterin, Schulsenatorin von Berlin äußerte sich nicht bloß in 16 Auflagen zum Wiederaufbau des Schlosses und Wiederherstellung der Fassaden in der Werbezeitung „Berliner Extrablatt“ des o.g. Fördervereins, sondern spendete bzw. stiftete  Schlossbausteine lt. Internetangabe an o.g. Förderverein.
s. Abb. 129, 130, 131

Am 07. April 2006  bot o.g. Förderverein lt. Protokoll der Jahresmitgliederversammlung unter Top 2) jedem Mitglied den Erwerb des vollständigen, ungekürzten Jahresabschlusses 2005 seines Steuerberaters Horst Peters für 10 Euro Schutzgebühr an.
Als bisheriges Barvermögen wurden vom Schatzmeister 1,611 Mio. Euro angegeben - und mitgeteilt, dass dieser Jahresabschluss in den nächsten Tagen dem Wirtschaftsprüfer „Ecovis-Grieger-Mallison“ zur Abschlussprüfung übergeben werden.
s. Abb. 141

Am 01. Aug. 2006 schrieb v. Boddien dem Mitglied  Schmitt zum Finanzbericht...wir überreichen Ihnen den vorläufigen Jahresabschluss 2005, der von unserem externen  Buchhaltungsbetrieb, der Fa. Peters, Buchprüfer und Steuerberater, erstellt wurde. Dieser Jahresabschluss wird z. Zt. bei der Fa. CTG Grieger Mallison in Berlin geprüft.
s. Abb. 142

Horst Peters bekannte im Jahresabschluss: die Finanzbuchhaltung wird von mir aufgrund der von dem Geschäftsführer, Herrn Wilhelm v. Boddien, überwiegend vorkontierten Belegen gefertigt. Die Lohn- und Gehaltsbuchhaltung wird als Nebenbuchhaltung durch mich geführt.
s. Abb. 138

Am 30. März 2007 kritisierte lt. Protokoll auf der Jahresmitgliederversammlung  des o.g. Fördervereins ein Herr die  Verwaltungskosten...der Verein habe seine Ausgaben nicht im Griff. Die Kosten würden nicht stimmen, die Gehälter seien zu hoch - und bemängelt die Kosten einer Weihnachtsfeier für über 60 ehrenamtliche Mitarbeiter.
Der „Geschäftsführer“ wies dessen Vorwürfe zurück...die Kosten des Vereins lägen im Verhältnis zu den eingenommen Spenden einschließlich der verbindlichen Spendenzusagen im einstelligen Prozentbereich. Sie erfüllen so schon jetzt die Richtlinien des DZI für die Erlangung des Spendensiegels.

Lt. offizieller DZI - Leitlinie unter 6 d) gilt:
„Organisationen, deren Sammlungsergebnisse im Jahr 750.00 Euro überschreiten, haben einen  nach handelsrechtlichen Grundsätzen erstellten Jahresabschluss mit Bilanz, Gewinn/Verlustrechnung und Anhang vorzulegen, dessen Ordnungsmäßigkeit durch einen Wirtschaftsprüfer, vereidigten Buchprüfer oder durch eine Wirtschaftsprüfungsgesellschaft bzw. Buchprüfungsgesellschaft geprüft wurde. 
Das Spendensiegel wird zuerkannt, wenn die Auswertung der eingereichten Unterlagen mit positivem Ergebnis abgeschlossen wurde...das verliehene Siegel gilt ab Zeitpunkt der Erteilungund für die vier darauf folgenden Quartale. Es darf  während der Gültigkeit werbewirksam eingesetzt werden...vor Ablauf der Geltungsdauer sollte die weitere Siegelzuerkennung mit Unterlagen und Dokumenten beantragt  werden...vor Ablauf der Gültigkeit kann bis zu einer Frist von drei Monaten die Erneuerung beantragt werden...etwaige Fristverlängerungen sind rechtzeitig vorher mit dem DZI schriftlich abzustimmen“.

Am 21. Dez. 2007 druckte „Bild“ zum „Wirbel um Schloss-Millionen  - Alles nur heiße Luft?“ des im Dez. 2007 mit dem Spendensiegel des DZI ausgezeichneten Fördervereins Berliner Schloss e.V.
„DZI - Chef Burkhard Wilke sagt“: Wir  haben keine Löcher in den Kassen gefunden. Alles war klar und plausibel dokumentiert. Auch die Werbe- und Verwaltungsausgaben liegen im Rahmen des Vertretbaren
s. Abb. 143

Am 28. Okt. 2008 schrieb Burkhard Wilke, Geschäftsführer des DZI, auf eine weitere Nachfrage zum im Dez. 2007 erteilten Spendensiegel für  o.g. Förderverein...eine Sichtung der Vereinsunterlagen nimmt das DZI bei seinen Spendensiegel-Prüfungen in der Regel nicht vor...im Fall des Fördervereins Berliner Schloss erfolgte  k e i n e  Einsichtnahme in die Vereinsakte.
s. Abb. 139, 140

wir fragen: